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Neuauflage des IÖW/future-Ranking – Nachhaltigkeitsberichte auf dem Prüfstand

Nach mehrjähriger Unterbrechung wird es in diesem Jahr eine Neuauflage des IÖW/future-Ranking geben. Wie schon in den Vorjahren 2009 und 2011 werden dabei in zwei getrennten Auswertungen die Nachhaltigkeitsberichte von KMU und großen Unternehmen anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs analysiert und bewertet. Bevor ab dem kommenden Jahr für zahlreiche Unternehmen die Berichtspflicht gilt, wollen die Initiatoren mit der aktuellen Auswertung den Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland erfassen.

Berlin (csr-news) > Nach mehrjähriger Unterbrechung wird es in diesem Jahr eine Neuauflage des IÖW/future-Ranking geben. Wie schon in den Vorjahren 2009 und 2011 werden dabei in zwei getrennten Auswertungen die Nachhaltigkeitsberichte von KMU und großen Unternehmen anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs analysiert und bewertet. Bevor ab dem kommenden Jahr für zahlreiche Unternehmen die Berichtspflicht gilt, wollen die Initiatoren mit der aktuellen Auswertung den Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland erfassen.

Im vergangenen Jahr war eine weitere Zunahme an veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichten zu beobachten. Während für die meisten Großunternehmen die regelmäßige Berichterstattung über die Nachhaltigkeitsperformance inzwischen zum Standard gehört, wagen sich auch immer mehr Mittelständler auf das für sie zunächst ungewohnte Terrain. Doch wie viel Substanz steckt eigentlich in den Berichten? Auf diese Frage soll das IÖW/future-Ranking Antworten liefern. Denn, ab dem Geschäftsjahr 2017 ist es für viele Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern verpflichtend, Daten etwa zu Umweltschutz, sozialen und Arbeitnehmerbelangen oder zu den Themen Menschenrechte oder Korruptionsbekämpfung zu veröffentlichen. Dies fordert eine im Jahr 2014 verabschiedete EU-Richtlinie, die bis 2017 in nationales Recht überführt sein muss. „Wer transparent über sein Unternehmenshandeln berichtet, wird Nachhaltigkeit auch eher als Grundprinzip im Unternehmen verankern und die soziale und ökologische Leistung kontinuierlich verbessern“, so Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des IÖW.

Getrennte Wettbewerbe für Großunternehmen und KMU

Für das Ranking der Großunternehmen werden die Berichte der 150 größten Unternehmen bewertet, gemäß der Unternehmensstatistik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dabei werden traditionell die 100 Umsatzstärksten Industrie- und Dienstleistungsunternehmen berücksichtigt, die, gemessen an den Beitragseinnahmen, 15 größten Versicherungsunternehmen, die, nach Bilanzsumme, 15 größten Banken sowie die 20 umsatzstärksten Handelsunternehmen ins Ranking einbezogen.

KMU, die nicht mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen oder nicht mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften, können ihre Nachhaltigkeitsberichte noch bis zum 31. Januar 2016 beim IÖW einreichen. Darüber hinaus können weitere Berichte einbezogen werden, beispielsweise, weil sie durch besondere Berichtsinnovationen auffallen oder um bessere Branchenvergleiche zu ermöglichen. Dabei berücksichtigen die Initiatoren sowohl Berichte öffentlicher Unternehmen als auch von Unternehmen der Privatwirtschaft. Eine Einschränkung gibt es; das berichtende Unternehmen darf nicht mehrheitlich einem Konzern gehören. Um der Vielzahl potenzieller Berichte Herr zu werden, wird es zunächst einen Auswahlprozess geben, aus dem 40 Berichte hervorgehen, die dann einer Detailanalyse unterzogen werden. Dazu wird ein Kriterienset angewendet, dass aus 26 sozialen, ökologischen, managementbezogenen und kommunikationsorientierten Einzelkriterien besteht. „Unser Kriterienset für die Bewertung der Nachhaltigkeitsberichte gibt gemeinsam mit unserem transparenten Bewertungsprozess Impulse für eine exzellente Berichterstattung, die die Unternehmen auch auf die Erfüllung der Anforderungen durch die neue Berichtspflicht vorbereiten“, so IÖW-Projektleiter Gerd Scholl.

Im Fokus des Rankings: Themen „Wesentlichkeit“ und „Lieferkette“

Mit einer sogenannten „Wesentlichkeitsanalyse“ identifizieren Unternehmen Themen, die für die Nachhaltigkeit ihres Wirtschaftens besonders wichtig sind. „Wie Unternehmen dies tun und darüber berichten, werden wir in diesem Ranking besonders genau anschauen und es wird in der Bewertung stärker berücksichtigt“, so Udo Westermann, Geschäftsführer von future. „Ein Bericht kann nur gut sein, wenn er auch alle für das entsprechende Unternehmen wesentlichen Themen hinreichend behandelt.“ Weiterhin wurden die Anforderungen für die Berichterstattung zur Verantwortung für die gesamte Lieferkette erhöht, etwa indem Aussagen zu zentralen Beschaffungsbedarfen gefordert werden und quantitative Informationen, die Hinweise auf die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen liefern.

Weitere Fakten zum Ranking:

  • Für das Ranking werden Nachhaltigkeitsberichte berücksichtigt, die in der Zeit von 2014 bis zum 31. Januar 2016 erschienen sind.
  • KMU müssen je drei Exemplare ihres aktuellen Nachhaltigkeitsberichts einreichen. Stichtag ist der 31. Januar 2016. Unternehmen, denen die Einhaltung der Frist nicht möglich ist, wenden sich bitte an die Initiatoren.
  • Unternehmen die ihren Bericht ausschließlich im Internet veröffentlichen, sollten möglichst einen Ausdruck ihrer Daten einreichen. Gültig ist der zum Wettbewerbsbeginn veröffentlichte Online-Bericht, spätere Änderungen an dieser Fassung können nicht mehr berücksichtigt werden.
  • Im Februar und März werden die Berichte bewertet. Anschließend erhalten die Unternehmen Gelegenheit zu den Bewertungsergebnissen Stellung zu beziehen. Bis Juni findet dann die Gesamtauswertung statt. Im Juli werden die Ergebnisse veröffentlicht und die Gewinner ausgezeichnet. Im zweiten Halbjahr können in den Unternehmensworkshops Trends und Best Practice Beispiele der Berichterstattung diskutiert werden.
  • Weitere Informationen auf der Website www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de. Dort sind auch die Resultate der vergangenen Wettbewerbe einsehbar.