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Noch ein weiter Weg – DLG berichtet zur Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Pünktlich zur landwirtschaftlichen Leistungsschau „Grüne Woche“ in Berlin, veröffentlichte die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft DLG ihren 2. Nachhaltigkeitsbericht. Dieser soll nicht nur die nachhaltige Entwicklung der deutschen Landwirtschaft in den vergangenen zwölf Monaten dokumentieren, sondern deren Entwicklung zudem fördern. Für DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer sollte Nachhaltigkeit die Grundlage einer modernen Landwirtschaft sein. Doch dabei scheint es noch zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten zu geben, wie der Bericht zeigt. Best-Practice-Beispiele sollen den Weg zeigen.

Frankfurt (csr-news) > Pünktlich zur landwirtschaftlichen Leistungsschau „Grüne Woche“ in Berlin, veröffentlichte die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft DLG ihren 2. Nachhaltigkeitsbericht. Dieser soll nicht nur die nachhaltige Entwicklung der deutschen Landwirtschaft in den vergangenen zwölf Monaten dokumentieren, sondern deren Entwicklung zudem fördern. Für DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer sollte Nachhaltigkeit die Grundlage einer modernen Landwirtschaft sein. Doch dabei scheint es noch zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten zu geben, wie der Bericht zeigt. Best-Practice-Beispiele sollen den Weg zeigen.

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DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer: “Wir fanden überall Steigerungspotenzial“.

„Nachhaltigkeit muss fassbar sein, idealerweise messbar, denn Messbares schafft einen Überblick über den Status Quo, kann in der Entwicklung verglichen und letztlich optimiert werden“, schreibt Bartmer im Vorwort zum Bericht. Genau dieser Messbarkeit von Nachhaltigkeit ist das Ziel des 2. Nachhaltigkeitsberichts, in dem die Anregungen aufgenommen wurden, die die DLG nach ihrem ersten Bericht vor einem Jahr erhalten hat. Anhand von 23 Einzelindikatoren wird nun die Nachhaltigkeitsleistung der deutschen Landwirtschaft zusammengefasst. Berücksichtigt sind dabei die Bereiche Umweltverträglichkeit (unter anderem Flächenverbrauch, Stickstoffeintrag oder Grundwasserbelastung), ökonomische Effizienz (unter anderem Flächenproduktivität, Milchleistung oder Bruttowertschöpfung) sowie soziale Akzeptanz (unter anderem Ausbildung, Entwicklungshilfe). “Wir fanden überall Steigerungspotenzial. Das gilt insbesondere bei den Indikatoren Stickstoffbilanz, Energiebilanz, Biodiversität. Gerade der Vergleich zwischen den Betrieben, wie Best-Practice-Beispiele zeigen, offenbart noch viele Möglichkeiten für nachhaltigeres Wirtschaften“, so Bartmer. So konnten die zunächst positiven Entwicklungen der Indikatoren Stickstoffbilanz und Energieeffizienz nicht für die vergangenen Jahre festgestellt werden. Ähnliches gilt beim Indikator Biodiversität, der zwar eine leichte Verbesserung anzeigt, von einer positiven Entwicklung aber noch weit entfernt ist. Verbesserungen lassen sich dagegen beim Indikator Pflanzenrückstände in Lebensmitteln, bei Arbeitsunfällen und bei der Flächenproduktivität.

Tendenziell auf dem richtigen Weg

Aber es fehlen auch noch einige Indikatoren, die für eine umfassende Betrachtung einer nachhaltigen Landwirtschaft notwendig sind. Diese entsprechenden Themen hat die DLG im Bericht aufgeführt und das Fehlen mit nicht ausreichend validen Daten erläutert. Es sind allerdings genau die Themen, mit denen sich die Landwirtschaft häufig konfrontiert sieht. Dazu gehören etwa der Einsatz des Düngemittels Phosphat, Tiergerechtigkeit oder die Rückstände von Medikamenten in tierischen Produkten. Beschrieben wird der aktuelle Stand der Datenlage, die herrschenden Lücken und welche Daten für die Nutzung als Nachhaltigkeitsindikator noch erforderlich sind. So wird beispielsweise beim Thema Tiergerechtigkeit meist auf Hilfsgrößen zurückgegriffen, die allerdings in Teilen sehr subjektiv sind. Hier einheitliche und klar definierte Messgrößen zu definieren, sei eine der Herausforderungen. „Sichtbar ist allerdings in den über ein Jahrzehnt zurückreichenden Zeitreihen, dass eine moderne Landwirtschaft durch Einführung innovativer Verfahren mit ungleich mehr Genauigkeit in Feld und Stall, mit mehr Wissen und Können, mit diversen sensorischen Hilfsmitteln heute auf weniger Fläche mit mehr Output nachhaltiger wirtschaftet als Generationen zuvor“, so Bartmer. „Wir sind also tendenziell auf dem richtigen Weg. Aber es wird ein weiter Weg, weil sich auch die Änderungsprofile ändern werden.“

Aggregierter Nachhaltigkeitsindex

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Quelle: DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016

Nachhaltigkeitsindex soll für bessere Orientierung sorgen

Mit der Weiterführung der Zeitreihen legt die DLG die Grundlagen, den aggregierten Nachhaltigkeitsindex fortzuschreiben, der Einblick in den Entwicklungsfortschritt und den Handlungsbedarf geben soll. Dieser speziell entwickelte statistische Messwert setzt sich aus drei Indikatoren der Nachhaltigkeit aus den Bereichen Umweltverträglichkeit, Ökonomische Effizienz und Soziale Akzeptanz zusammen und ermöglicht, die Entwicklung der Nachhaltigkeit der Landwirtschaft auf einen Blick abzulesen. Im Zeitraum 1990 bis 2013 ist demnach eine durchschnittliche jährliche Verbesserungsrate der Nachhaltigkeit der deutschen Landwirtschaft in Höhe von 1,9 Prozent feststellbar.

Der vollständige DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016 zum Download.

Der Nachhaltigkeitsbericht im Film.