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Unternehmen wollen Mittel zur Hilfe in Flüchtlingskrise bereitstellen

Mehrere große Unternehmen haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, um die Flüchtlingskrise in Europa und weltweit zu mildern. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Unterkunftsvermittler Airbnb, die Ikea-Stiftung, das Berufsnetzwerk LinkedIn, MasterCard und UPS.

Davos (csr-news/afp) > Mehrere große Unternehmen haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, um die Flüchtlingskrise in Europa und weltweit zu mildern. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Unterkunftsvermittler Airbnb, die Ikea-Stiftung, das Berufsnetzwerk LinkedIn, MasterCard und UPS, wie die Organisation namens Tent in Davos im Rahmen des dortigen Weltwirtschaftsforums mitteilte.

Die Organisation will nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass „die Firmenchefs der Welt“ Geld oder Dienstleistungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zur Verfügung stellen oder Jobs für die Migranten schaffen. Bis Mitte des Jahres soll die Zahl der teilnehmenden Unternehmen auf 100 steigen. Initiiert wurde das Netzwerk von Hamdi Ulukaya, dem Gründer der US-Joghurt-Firma Chobani. „Wenn wir den mehr als 60 Millionen Flüchtlingen in aller Welt Hoffnung und Chancen geben wollen, kann dies nicht nur von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen kommen“, erklärte er. Unternehmen hätten hier ebenfalls „eine entscheidende Rolle“.

Per Heggenes, CEO der IKEA Foundation: „Ich freue mich auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Tent Foundation, um die Talente und Kapazitäten der ständig wachsenden Anzahl von Unternehmen zu nutzen, die auf die Flüchtlingskrise reagieren. Durch die Unterzeichnung der Tent-Erklärung verpflichten wir uns zudem, andere unternehmerische Führungskräfte zu mehr Aktivität anzuregen“. Eine gute Gelegenheit, weitere Teilnehmer für die Initiative Tent zu rekrutieren, bietet das Weltwirtschaftsforum, dass von Dienstag bis Samstag in Davos abgehalten wird. Dort werden mehr als 2500 Manager und Politiker aus aller Welt erwartet. Die Flüchtlingskrise wird ein zentrales Thema des Treffens sein.

Mit der Tent-Erklärung verpflichten sich unternehmerische Führungskräfte aus der ganzen Welt, mit messbaren Handlungen unter Nutzung ihrer Ressourcen das Leben von Flüchtlingen und deren Gastregionen weiter zu verbessern, und zwar durch eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen:

  • Direkte Spenden oder Bereitstellung von Dienstleistungen oder entsprechender Materialien (wie Hilfsgüter, logistische und rechtliche Dienstleistungen und Internetzugang), die Experten für humanitäre Fragen in Camps, Krisengebieten, Behelfsunterkünften oder Neuunterkünften als dringend notwendig ansehen.
  • Schaffung von Stellenangeboten für Flüchtlinge, darunter Schulungen und Sprachunterricht für Flüchtlinge und Gastregionen mit Problemen.
  • Gestaltung von Lieferketten indem Partner angeregt werden, Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen zu beziehen, die Flüchtlinge beschäftigen, Gemeinschaften unterstützen, die Flüchtlinge aufnehmen oder Ursachen der Flucht bekämpfen.

Tent-Initiator Ulukaya ist türkischer Kurde und war 1994 als Student in die USA gezogen. Dort gründete er die Firma Chobani und hat seither großen Erfolg mit dem gleichnamigen Joghurt griechischer Art.