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Greenpeace findet gefährliche Chemikalien in Outdoor-Kleidung

In Jacken, Hosen und Schuhen sowie Rucksäcken und Schlafsäcken von Outdoor-Firmen stecken nach Angaben von Greenpeace oftmals umwelt- oder gesundheitsschädliche Chemikalien. Nur in vier von 40 untersuchten Artikeln seien keine polyfluorierten Chemikalien (PFC) festgestellt worden, teilte die Umweltorganisation am Montag anlässlich der Sportmesse Ispo in München mit.

München (afp/csr-news) > In Jacken, Hosen und Schuhen sowie Rucksäcken und Schlafsäcken von Outdoor-Firmen stecken nach Angaben von Greenpeace oftmals umwelt- oder gesundheitsschädliche Chemikalien. Nur in vier von 40 untersuchten Artikeln seien keine polyfluorierten Chemikalien (PFC) festgestellt worden, teilte die Umweltorganisation am Montag anlässlich der Sportmesse Ispo in München mit.

Die Outdoor-Branche setze weiterhin Schadstoffe ein, von denen sich einige in der Natur anreicherten oder sogar krebserregend wirken könnten, kritisierte Greenpeace. Die Ergebnisse des dritten Outdoor-Bekleidungstests von Greenpeace seien enttäuschend für die Liebhaber von Outdoor-Kleidung, „die sich ihre Ausrüstung sauber und umweltfreundlich wünschen“, erklärte Greenpeace-Chemie-Experte Manfred Santen. Den dritten Outdoor-Bekleidungstest seit 2012 hat Greenpeace um Camping-Ausrüstung erweitert. Untersucht wurden Jacken, Hosen, Schuhe, Zelte, Rucksäcke, Schlafsäcke, Handschuhe und ein Kletterseil auf PFC.

Es gibt PFC-freie Alternativen

Textilhersteller müssten riskante Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen ersetzen, forderte Santen. Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) werden von der Outdoor-Industrie bei der Herstellung wasserdichter Membrane sowie wasser- und schmutzabweisender Beschichtungen verwendet. Aber Greenpeace richtet sich auch an die Konsumenten. „Vor dem Kauf sollten Verbraucher prüfen, ob sie Outdoor-Ausrüstung für einen Gipfelsturm oder Spaziergang benötigen“, sagt Santen. „Für die meisten Anwendungen gibt es PFC-freie Alternativen.“ Wetterfest und PFC-frei sind beispielsweise Textilien aus Polyester und Polyurethan. Marken wie Fjällräven, Paramo, Pyua, Rotauf und R’adys bieten derartige Funktionskleidung an.

Gipfelsturm oder Spaziergang

Elf der 40 Produktproben enthielten laut Greenpeace die gesundheitsschädliche, krebserregende Perfluoroktansäure (PFOA). Die Konzentration habe dabei über dem derzeit schon in Norwegen geltenden Grenzwert von einem Mikrogramm pro Quadratmeter gelegen. Andere sehr langlebige PFC seien teilweise in noch höheren Konzentrationen gefunden worden. Die höchsten PFOA-Werte wurden in einem Schlafsack von The North Face, einer Hose von Jack Wolfskin, Schuhen von Haglöfs und Mammut und einem Mammut-Rucksack ermittelt.Die Schadstoffe verursachen laut Greenpeace vor allem in den Herstellungsländern Schäden an Mensch und Natur. Daher sollten Verbraucher vor dem Kauf prüfen, „ob sie ihre Outdoor-Ausrüstung für einen Gipfelsturm oder Spaziergang benötigen“, erklärte Santen. Oftmals gebe es PFC-freie Alternativen. Wetterfest und PFC-frei seien zum Beispiel Textilien aus Polyester und Polyurethan.

Greenpeace bemüht sich seit 2011 mit der Kampagne „Detox“ darum, dass Firmen bis 2020 Kleidung und Schuhe giftfrei produzieren.

Der Outdoor-Report 2016 zum Download.