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Massive Kritik an EU-Vorschlag zu Energie-Kennzeichnungen

Die geplante Vereinfachung der Energie-Kennzeichnungen für Waschmaschinen, Fernseher und andere Geräte stößt bei der Union im Europaparlament auf massive Kritik.

Brüssel (afp) > Die geplante Vereinfachung der Energie-Kennzeichnungen für Waschmaschinen, Fernseher und andere Geräte stößt bei der Union im Europaparlament auf massive Kritik. Die geplante Rückkehr zur Skala A bis G sei ein Beispiel für „gut gemeint ist nicht gut gemacht“, sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe in der Volksvertretung, Herbert Reul (CDU), am Dienstag in Brüssel.

Statt das komplette System zu ändern, sollte es nur Anpassungen für einzelne Produktgruppen geben, forderte der Industriepolitiker. Eine Gesamtrevision sei überflüssig und bringe neue Probleme. Das System mit A+++ werde von den Konsumenten praktisch genauso gut verstanden wie die Skala A bis G, sagte Reul. Derzeit sind die Kennzeichnungen uneinheitlich. Es gibt Produktgruppen, bei denen weiterhin die klassische Skala von A bis G gilt. A ist dabei das energiesparendste Modell. Bei anderen Produkten reicht die Skala bis A+++, weil A für die besten Geräte irgendwann nicht mehr ausreichte. Auch das untere Ende der Skala ist uneinheitlich.

Der derzeit im Parlament anhängige Vorschlag der EU-Kommission vom Juli will eine umfassende Rückkehr zur Skala A bis G. Dabei sieht er allerdings auch vor, A und B für mehrere Jahre nicht zu vergeben – um für noch energieärmere Produkte Luft nach oben zu lassen. Dies könnte Reul zufolge allerdings dazu führen, dass neue Geräte mit dem dann besten Label C zu Ladenhütern werden. Denn die Kunden seien an A als Bestnote gewöhnt, sagte Reul. Ferner müsse der Handel die Umetikettierung auf sich nehmen. Bei Produkten mit großen Stückzahlen wie Glühbirnen könnte dies viel Zeit in Anspruch nehmen.