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Umweltschutzorganisation Bund fordert besseren Schutz für Wälder

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) hat die Festlegung verbindlicher ökologische Mindeststandards in den Waldschutzgesetzen von Bund und Ländern gefordert. „Der wirtschaftliche Druck auf den Wald ist wegen der gestiegenen Nachfrage nach Holz enorm gewachsen“, erklärte der Bund-Vorsitzende Hubert Weiger bei der Vorlage des Waldreports der Umweltschutzorganisation.

Berlin (afp) > Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) hat die Festlegung verbindlicher ökologische Mindeststandards in den Waldschutzgesetzen von Bund und Ländern gefordert. „Der wirtschaftliche Druck auf den Wald ist wegen der gestiegenen Nachfrage nach Holz enorm gewachsen“, erklärte der Bund-Vorsitzende Hubert Weiger am Freitag in Berlin bei der Vorlage des Waldreports der Umweltschutzorganisation. Eine Reform sei „überfällig“.

In dem Bericht beschreibt der Bund anhand von Fallstudien aus elf Bundesländern den Zustand der Wälder. Es gebe positive Beispiele für die Waldbewirtschaftung, aber auch große Defizite und Versäumnisse, bilanzierte Weiger. Die Forstwirtschaft werde längst noch nicht überall den Anforderungen einer „naturverträglichen Waldwirtschaft“ gerecht.

Der Bund forderte unter anderem auch, mehr Waldflächen ganz in Ruhe zu lassen. Zu einer modernen Forstwirtschaft gehöre es, bis 2020 mindestens zehn Prozent der öffentlichen Wälder rechtlich verbindlich und dauerhaft einer natürlichen Entwicklung zu überlassen, erklärte Weiger. Alle Verstöße gegen Naturschutzvorschriften müssten konsequent geahndet werden, durch die Neufassung des Bundeswaldgesetzes sollten gefährdete Arten und Biotope zudem besser geschützt werden.

Deutschland ist nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums zu etwa einem Drittel bewaldet, rund die Hälfte der Waldfläche befindet sich in Privatbesitz. Nach der letzten sogenannten offiziellen Bundeswaldinventur von 2012 ist die Holznutzung auf 91 Prozent der Fläche generell uneingeschränkt möglich. Hinsichtlich des Baumbestands weisen fünf Prozent eine sehr naturnahe und weitere 21 Prozent eine naturnahe Zusammensetzung auf.

Von Natur aus wäre Deutschland vor allem ein Land der Buchen- sowie etwas eingeschränkt auch der Eichenwälder. Diese wurden aber oft durch Kiefer- und Fichtenwälder ersetzt, da diese für die Forst- und Holzwirtschaft interessanter sind. Für die ökologische Qualität sind aber auch andere Faktoren wichtig – etwa das Alter der Bäume, das Liegenlassen von sogenannten Totholz auf dem Waldboden oder die Ausweisung besonders geschützter Biotope.

Der Waldreport zum Download.