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Mehr als hundert Festnahmen in thailändischer Fischindustrie

Nach Protesten der Europäischen Union gegen die Arbeitsbedingungen in der thailändischen Fischindustrie hat die dortige Polizei mehr als hundert Menschen festgenommen. Sie stünden im Verdacht, gegen das Arbeitsrecht verstoßen und Menschenhandel betrieben zu haben, teilte die Polizei am Montag mit.

Bangkok (afp) > Nach Protesten der Europäischen Union gegen die Arbeitsbedingungen in der thailändischen Fischindustrie hat die dortige Polizei mehr als hundert Menschen festgenommen. Sie stünden im Verdacht, gegen das Arbeitsrecht verstoßen und Menschenhandel betrieben zu haben, teilte die Polizei am Montag mit. Demnach befreiten die Beamten zudem 130 Menschen, die unter unmenschlichen Bedingungen auf Schiffen und in Fabriken arbeiten mussten.

Thailand ist der drittgrößte Produzent von Meeresprodukten weltweit. Die Branche ist allerdings wegen Vorwürfen des Menschenhandels und der Sklaverei in Verruf geraten. Menschenrechtsorganisationen werfen einigen Verantwortlichen vor, Bestechungsgelder zu kassieren, anstatt gegen die Verstöße vorzugehen. Mehrere überlebende Arbeiter berichteten von schrecklichen Arbeitsbedingungen, Gewalt und Morden an Bord der Schiffe.

Die Europäische Union hatte Thailand im vergangenen April mit Sanktionen gedroht, sollte das Land nicht gegen illegale Fischerei und Zwangsarbeit in der Branche vorgehen. Das von Brüssel eingeleitete Verfahren kann dazu führen, dass Produkte wie Thunfisch oder Garnelen aus Thailand nicht mehr in die EU geliefert werden dürfen. Für Thailand könnte das einen Verlust von einer Milliarde Dollar (923 Millionen Euro) im Jahr bedeuten.

Eine EU-Delegation reiste im vergangenen Monat nach Thailand, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Wann eine Entscheidung zu Sanktionen fällt, ist offen.

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