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Flüchtlinge in der türkischen Bekleidungsindustrie

Werden syrische Flüchtlinge in der türkischen Bekleidungsindustrie ausgebeutet? Dieser Frage wollte die britische Menschenrechtsorganisation Business & Human Rights Resource Centre auf den Grund gehen und hat bei 28 Textilherstellern nachgefragt.

London (csr-news) > Werden syrische Flüchtlinge in der türkischen Bekleidungsindustrie ausgebeutet? Dieser Frage wollte die britische Menschenrechtsorganisation Business & Human Rights Resource Centre auf den Grund gehen und hat bei 28 Textilherstellern nachgefragt. Laut der Organisation sollen bis zu 400.000 syrische Flüchtlinge illegal in der Türkei beschäftigt werde, darunter auch Flüchtlingskinder. Von den befragten Unternehmen hätten nur zehn umfassende Antworten geben können, darunter H&M, Kik, adidas, Puma und C&A. Vier der Unternehmen, unter anderem H&M und Next berichteten von Vorfällen in Fabriken, in denen tatsächlich Flüchtlingskinder beschäftigt wurden. H&M hat auf die Vorfälle reagiert und nach eigenen Angaben die Geschäftsbeziehungen zu den betroffenen Lieferanten beendet.

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Quelle: Business & Human Rights Resource Centre 

So war ein Fazit der Umfrage, dass nur wenige große Modemarken willens und in der Lage sind, illegal beschäftigte Flüchtlinge zu schützen. Immerhin haben fünf Unternehmen, darunter Esprit und sOliver überhaupt nicht reagiert, weitere acht Unternehmen, unter anderem HUGO BOSS, sowie Marks & Spencer, machten nur pauschale Aussagen. Fünf Unternehmen, zu denen die Otto-Group und Tchibo gehören, haben eine umfangreiche Antwort angekündigt. Eine positive Entwicklung sei die Absicht, dass die türkische Regierung, Flüchtlingen zukünftig schneller eine Arbeitsgenehmigung erteilen will. Dadurch würden diese aus der Illegalität geholt, eine wesentliche Ursache für Ausbeutung in den Fabriken.

 

 

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