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Handwerk will 10.000 junge Flüchtlinge zur Ausbildung führen

Das deutsche Handwerk will in den kommenden zwei Jahren 10.000 jungen Flüchtlingen den Weg in eine Ausbildung ebnen. Um sie gut auf eine Ausbildung in einem Betrieb vorzubereiten, starteten der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die Bundesagentur für Arbeit (BA) und das Bundesbildungsministerium am Freitag eine gemeinsame Qualifizierungsinitiative.

Berlin (afp) > Das deutsche Handwerk will in den kommenden zwei Jahren 10.000 jungen Flüchtlingen den Weg in eine Ausbildung ebnen. Um sie gut auf eine Ausbildung in einem Betrieb vorzubereiten, starteten der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die Bundesagentur für Arbeit (BA) und das Bundesbildungsministerium am Freitag eine gemeinsame Qualifizierungsinitiative.

Sie richtet sich an anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte sowie Asylbewerber oder Geduldete mit Arbeitsmarktzugang, die nicht mehr schulpflichtig und unter 25 Jahre alt sind. Um sie nachhaltig zu integrieren, sei ein „ganzheitliches Qualifizierungs- und Betreuungssystem“ erforderlich, erklärten ZDH, BA und das Ministerium. Dazu gehörten ein intensiver Sprachunterricht, eine intensive fachliche Berufsorientierung sowie eine Vorbereitung auf das duale Ausbildungssystem.

Die Vorbereitung der Flüchtlinge solle „ganz praktisch und im direkten Kontakt mit Betrieben“ geschehen, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) in Berlin. „Sie sollen ihre Neigungen und Stärken kennenlernen, indem sie praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern sammeln“. Dabei würden sie kontinuierlich und „sehr individuell“ betreut. Das Bildungsministerium stellt für das Programm in diesem Jahr 20 Millionen Euro bereit.

Die Bereitschaft gerade von kleinen und mittleren Familienunternehmen, Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive auszubilden und zu beschäftigen, sei hoch, erklärte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Das Handwerk stellt die erforderlichen Ausbildungsplätze zur Verfügung und wolle die Flüchtlinge „an die Hand nehmen“. Auch auf Seiten der Flüchtlinge sei die Motivation hoch, erklärte er.

Während des von April 2016 bis April 2018 laufenden Projekts sollen die jungen Flüchtlinge von den Berufsberatern der Arbeitsagenturen und Jobcenter in die jeweils passenden Maßnahmen vermittelt werden. So sollten Teilnehmer zunächst einen Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie ein Programm der BA durchlaufen haben, bei dem ihre Kompetenzen festgestellt werden und eine erste allgemeine Berufsorientierung erfolgt.

Danach treten die Bildungszentren des Handwerks auf den Plan. Hier soll die Berufsorientierung vertieft werden. Auf dem Programm stehen Betriebsbesichtigungen und Praktika, bei denen Kontakte für eine Ausbildung geknüpft werden können, wie Wollseifer sagte. Zentrales Bindeglied zwischen ausbildungsinteressierten Flüchtlingen und Betrieben sollen die Bildungszentren der Handwerksorganisationen sein.