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Die Plastiktüte wird kostenpflichtig

Ab dem 1. April will ein Großteil der Einzelhändler in Deutschland Plastiktüten nicht mehr kostenlos abgeben. Wie der des Handelsverbandes Deutschland (HDE) heute mitteilte, würden dadurch rund 60 Prozent der Tüten im Handel erfasst.

Berlin (csr-news) > Ab dem 1. April will ein Großteil der Einzelhändler in Deutschland Plastiktüten nicht mehr kostenlos abgeben. Wie der des Handelsverbandes Deutschland (HDE) heute mitteilte, würden dadurch rund 60 Prozent der Tüten im Handel erfasst. Innerhalb von zwei Jahren will der Verband den Anteil auf mindestens 80 Prozent erhöhen. Dabei sei auch die Teilnahme weiterer Branchen vorgesehen. Diese Vorgabe muss die Branche auch erreichen, um einer gesetzlichen Regelung zuvorzukommen. Nach den Vorgaben einer EU-Richtlinie muss der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststofftüten in den Mitgliedstaaten bis 2019 auf 90 Tüten und bis 2025 auf 40 reduziert werden. Deutschland liegt aktuell bei jährlich 71 Tüten je Einwohner und Jahr. Die Höhe des Entgelts für Plastiktüten legen die Unternehmen aus kartellrechtlichen Gründen individuell fest.

„Wir hatten dem Handel bereits im April vergangenen Jahres vorgeschlagen, eine freiwillige Selbstverpflichtung einzugehen, wonach Tüten aus Kunststoff nicht mehr kostenlos abgegeben werden“, sagte sie umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Marie-Luise Dött. „Die vom Handel vereinbarte Bezahlpflicht für Kunststofftüten ist eine unbürokratische und einfache Lösung für mehr Ressourcenschutz und weniger Abfall. Wir erwarten, dass sich jetzt schnell alle Unternehmen an dieser Initiative beteiligen“.

An der Initiative beteiligt sich unter anderem die Drogeriekette dm. „Bereits im vergangenen Jahr hatten wir uns dazu entschieden, in einigen Märkten im Rahmen eines Tests auf kostenlose Plastiktüten zu verzichten“, erklärt Erich Harsch, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung. „Unsere Kunden haben dies überwiegend positiv aufgenommen. Deshalb ist es für uns folgerichtig, die Initiative des Einzelhandels mitzutragen und unsere kostenlosen Plastiktüten in allen Märkten abzuschaffen“. In der Vergangenheit hatte dm die kleinen Tüten zusätzlich zu den Bezahltaschen angeboten, damit die Kunden Kleinstmengen und kleinteilige Produkte besser und sicherer transportieren können. Die Restbestände der Plastiktüten werden dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt.

Schon im Januar hatte Tchibo die Abschaffung kostenloser Plastiktüten in seinen Filialen angekündigt. Das Unternehmen konnte bereits auf positive Erfahrungen aus Österreich zurückgreifen. In den dortigen Filialen gibt es seit dem 1. Juli 2015 keine kostenlosen Plastiktüten mehr. Mit Erfolg: Die Menge der ausgegebenen Plastiktüten nahm um rund 75 Prozent ab.