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WWF fordert Abgabe auf Stickstoffüberschüsse

Laut der Naturschutzorganisation WWF leidet Deutschland nach wie vor unter einer „massiven Überdüngung“. Die Umweltschützer fordern deshalb die Einführung einer Stickstoffüberschussabgabe – den Gülle-Euro.

Berlin (csr-news) > Laut der Naturschutzorganisation WWF leidet Deutschland nach wie vor unter einer „massiven Überdüngung“. Und das hat Auswirkungen auf das Grundwasser, die Meere und die Artenvielfalt in Deutschland. Die Umweltschützer fordern deshalb die Einführung einer Stickstoffüberschussabgabe – den Gülle-Euro. „Der Begriff Gülle-Euro ist natürlich nur ein Schlagwort und steht stellvertretend für eine Abgabe auf alle Stickstoffüberschüsse in der Landwirtschaft“, erklärt Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Nachhaltige Landnutzung, Klimaschutz und Ernährung. Damit seien sowohl synthetische Düngemittel und Gärreste aus Biogasanlagen gemeint, als auch Festmist und die namensgebende Gülle. Laut WWF hätte eine Abgabe, im Gegensatz zu einer Steuer, den Vorteil, dass sie zielgerichtet eingesetzt werden könnte, die Einnahmen also nicht im Bundeshaushalt verschwänden. So könnten mit den Einnahmen nachhaltigere Produktionsmethoden und Tierhaltung sowie Forschung finanziell unterstützt werden.

Um schädliche Überschüsse umfassend messen zu können, müsse dringend die sogenannte Hoftorbilanz in der Düngeverordnung verpflichtend verankert werden. Nach WWF-Einschätzung kann nur die Hoftorbilanz die Nährstoffsituation eines landwirtschaftlichen Gesamtbetriebs valide und seriös abbilden. „Deutschland ist überdüngt. Da mutet es geradezu paradox an, dass in der derzeit von der Politik diskutierten Fassung der entscheidenden Verordnung die Hoftorbilanz gestrichen worden ist“, so Dräger de Teran.

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