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Katar meldet sechs Verletzte bei Arbeitsunfällen auf WM-Baustellen

Auf den Baustellen für die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sind nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr sechs Arbeiter bei Arbeitsunfällen verletzt worden.

Doha (afp) > Auf den Baustellen für die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sind nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr sechs Arbeiter bei Arbeitsunfällen verletzt worden. In den vergangenen Monaten seien zwei Arbeiter gestorben, ihre Todesfälle stünden aber nicht im Zusammenhang mit ihrer Arbeit, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der katarischen Organisatoren der WM im Jahr 2022.

Ein 52-jähriger Gebäudemaler aus Indien starb demnach im Oktober nach einem Herzstillstand während des Frühstücks in einem Restaurant auf dem künftigen WM-Areal. Anfang 2016 sei zudem ein Lastwagenfahrer in seiner Unterkunft einem Herzinfarkt erlegen, hieß es in dem 46 Seiten langen Bericht der Organisatoren weiter.

Unter den sechs verletzten Arbeitern, die zwischen April und Dezember 2015 gezählt wurden, war den Angaben zufolge ein Mann, dessen Daumen abgetrennt wurde, nachdem dieser zwischen zwei Balken eingeklemmt wurde. Die anderen Arbeiter hätten unter anderem Knochenbrüche erlitten. Die Organisatoren betonten ausdrücklich, dass es in dem Zeitraum „keinen Todesfall im Zusammenhang mit der Arbeit“ auf den Baustellen gegeben habe. Zwischen April und Dezember waren offiziellen Angaben zufolge 4000 Arbeiter auf WM-Baustellen im Einsatz. Sie leisteten etwa neun Millionen Arbeitsstunden.

Die Zustände auf den Baustellen für das Fußball-Großereignis und der Umgang mit ausländischen Arbeitern in Katar bieten Menschenrechtsorganisationen immer wieder Anlass zu Kritik. Amnesty International hatte im Dezember kritisiert, dass die Behörden „trotz der Enthüllungen über die grauenhaften Zustände“ für die Bauarbeiter bisher so gut wie nichts unternommen hätten, um deren „Ausbeutung“ zu beenden.

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