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Klimawandel spielt Rolle bei Entstehen von Konflikten und Migration

Der Klimawandel wird zunehmend als globales Sicherheitsrisiko und auch als eine treibende Kraft für Fluchtbewegungen in unterschiedlichen Teilen der Welt wahrgenommen. Vor voreiligen Schlussfolgerungen warnten Wissenschaftler allerdings am Donnerstag in Berlin: So seien die Ursachen für Migration und das Entstehen von Konflikten oft sehr komplex und bislang erst unzureichend erforscht.

Berlin (afp) > Der Klimawandel wird zunehmend als globales Sicherheitsrisiko und auch als eine treibende Kraft für Fluchtbewegungen in unterschiedlichen Teilen der Welt wahrgenommen. Vor voreiligen Schlussfolgerungen warnten Wissenschaftler allerdings am Donnerstag in Berlin: So seien die Ursachen für Migration und das Entstehen von Konflikten oft sehr komplex und bislang erst unzureichend erforscht.

Als ein Beispiel nannte die Hamburger Friedensforscherin Christiane Fröhlich auf einer Veranstaltung des Deutschen Klimakonsortiums (DKK) den Konflikt in Syrien, wo es zwischen 2006 und 2010 eine schwere Dürre gegeben hatte. Dadurch hätten nach UN-Schätzungen etwa 1,5 Millionen Bauern und Viehzüchter ihren Lebensunterhalt verloren, was wiederum eine verstärkte Binnenmigration auslöste.

Allerdings hob Fröhlich hervor, eine direkte Kausalkette von der Dürre zum Entstehen des aktuellen Bürgerkriegs lasse sich nicht herleiten. Vielmehr müsse auch die Wirtschaftspolitik des syrischen Regierung berücksichtigt werden, die etwa durch das Streichen von Subventionen die Not der bereits von der Dürre betroffenen Bauern verstärkt habe. Syrien sei insofern ein Beispiel dafür, dass die Anpassung an den Klimawandel auch soziale, politische und ökonomische Bedingungen einbeziehen müsse.

Generell hätten Dürreereignisse in den vergangenen 60 Jahren deutlich zugenommen, sagte der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Paul Becker. Er berief sich dabei auf Daten des beim DWD ansässigen Weltzentrums für Niederschlagsklimatologie (WZN). Eine besonders starke Zunahme gab es demnach in afrikanischen Ländern sowie generell dort, wo Niederschläge stark jahreszeitlich geprägt sind, es also ausgesprochene Regen- und Trockenzeiten gibt.

Ein direkter Einfluss des Klimawandels auf Dürreereignisse ist dabei laut Becker bisher „statistisch nicht signifikant nachweisbar“ – im Gegensatz zur globalen Erwärmung selbst. Ursache sei die hohe natürliche Schwankungsbreite bei Niederschlägen. Klar sei jedoch, dass die Erwärmung regional zu einer stark erhöhten Verdunstung beitrage. Dies kann die Wirkung von Dürren verstärken. Wichtige Klimaanpassungsmaßnahmen könnten daher Abdeckungen von Stauseen und Wasserspeichern sein, wie es in Kalifornien bereits praktiziert werde.

Die Forscher äußerten sich auf der DKK-Veranstaltung anlässlich der am Freitag beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz. Sie sprachen sich auch dafür aus, die Klima- und Sicherheitsforschung künftig enger miteinander zu verzahnen. Eine solche integrierte Betrachtung sei „ein Auftrag an die Forschung“, sagte DKK-Geschäftsführerin Marieluise Beck.

 

 

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