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„Wir-Zusammen“ – Integrations-Initiative der deutschen Wirtschaft

Unter dem Motto „Wir zusammen“ haben sich 36 namhafte Unternehmen zu einer gleichnamigen Initiative zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Integration von Flüchtlingen in Deutschland voranzubringen. Mit praktischen Beispielen sollen weitere Unternehmen ermutigt werden, sich dem Netzwerk anzuschließen.

Düsseldorf (csr-news) > Unter dem Motto „Wir zusammen“ haben sich 36 namhafte Unternehmen zu einer gleichnamigen Initiative zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Integration von Flüchtlingen in Deutschland voranzubringen. Mit praktischen Beispielen sollen weitere Unternehmen ermutigt werden, sich dem Netzwerk anzuschließen.

„Erfolgreiche und vor allem nachhaltige Integration braucht Zeit und Geduld – sie lässt sich nicht im Sprint erledigen, sondern erfordert einen langen Atem“. So wird Janina Kugel Personalvorstand und Arbeitsdirektorin bei Siemens, zitiert, eines der Unternehmen, die sich der Initiative angeschlossen haben. Siemens ist mit seinem Orientierungsprogramm für Flüchtlinge dabei. Flüchtlingen die sich noch im Asylverfahren befinden werden 2-monatige Praktika angeboten. 100 Praktikanten will das Unternehmen in diesem Jahr an 14 Standorten dafür bereitstellen. Diese werden durch erfahrene Mitarbeiter „Buddys“ betreut und im Rahmen eines Integrationsworkshops auf ihre Arbeitsumgebung vorbereitet.

Weitere Unternehmen inspirieren

„Wir zusammen“ will Unternehmen eine Plattform bieten, auf der sie ihre Projekte vorstellen. Vor allem aber sollen weitere Unternehmen und ihre Belegschaften inspiriert werden, ebenfalls Integrationsprojekte ins Leben zu rufen oder sich mit bestehenden Projekten uns anzuschließen, so die Zielsetzung von Internetunternehmer Ralph Dommermuth, der die Initiative ins Leben gerufen hat. Alle Projekte und deren weitere Entwicklung werden auf der Website der Initiative veröffentlicht. Unternehmen die sich beteiligen wollen, müssen verschiedene Kriterien erfüllen, unter anderem konkrete Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft oder in die Arbeitswelt umsetzen – reine Geld- oder Sachspenden zählen nicht dazu. Darüber hinaus wird jedes Integrationsprojekt durch ein, ebenfalls veröffentlichtes Patenschaftsversprechen des Unternehmens untermauert.

Verantwortung übernehmen

Mit-Initiator Thyssenkrupp ist mit dem Programm „we help“ vertreten, in dem innerhalb der kommenden zwei Jahre 150 zusätzliche Ausbildungsplätze und 230 Praktikumsplätze für Flüchtlinge angeboten werden. „Arbeit bietet den Menschen die Möglichkeit, aus eigener Kraft ein Leben in Deutschland aufzubauen“, sagt Heinrich Hiesinger, CEO von Thyssenkrupp. Inzwischen haben die ersten 50 Flüchtlinge ihren Vertrag in der Hand oder schon mit der Arbeit begonnen. „Wir verstehen die Initiative auch als Appell an alle sich der historischen Herausforderung zu stellen und Verantwortung zu übernehmen“, so Hiesinger.

Insgesamt haben sich bislang 36 Unternehmen, darunter die Deutsche Telekom, Haniel, der Autovermieter Sixt, Bosch oder die Volkswagen AG der Initiative angeschlossen. Ganz neu ist die Idee nicht, erst vor wenigen Wochen hat sich die internationale Initiative „tent“ gegründet (Bericht auf csr-news), an der sich Unternehmen wie Ikea, Mastercard oder UPS beteiligt haben. Bis Mitte des Jahres soll die Initiative 100 Mitglieder umfassen, die gemeinsam Geld, Dienstleistungen oder Arbeitsplätze bereitstellen, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Initiiert wurde das Netzwerk von Hamdi Ulukaya, dem Gründer der US-Joghurt-Firma Chobani. “Wenn wir den mehr als 60 Millionen Flüchtlingen in aller Welt Hoffnung und Chancen geben wollen, kann dies nicht nur von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen kommen”, erklärte er. Unternehmen hätten hier ebenfalls “eine entscheidende Rolle”.

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