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Werberat rügte 2016 bereits sechs Unternehmen

Der Deutsche Werberat hat seit Anfang des Jahres sechs Unternehmen öffentlich gerügt. Trotz Aufforderung durch die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft hätten die Unternehmen ihre sexistische und Gewalt verharmlosende Werbung nicht abgesetzt, teilte der Rat mit.

Berlin (afp) > Der Deutsche Werberat hat seit Anfang des Jahres sechs Unternehmen öffentlich gerügt. Trotz Aufforderung durch die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft hätten die Unternehmen ihre sexistische und Gewalt verharmlosende Werbung nicht abgesetzt, teilte der Rat am Dienstag in Berlin mit. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2014 rügte die Kontrolleinrichtung 14 Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2015 waren es sieben Unternehmen gewesen.

Ein Modegeschäft in einem Magdeburger Einkaufszentrum etwa warb den Angaben zufolge in einer Anzeige mit dem Bild einer auf einem Tisch drapierten nackten Frau, die von vermutlich mehreren Männern umringt ist. Daneben war der Slogan „Fuck your Face“ zu lesen. Der Werberat verurteilte die Anzeige als „sexistisch und Gewalt gegenüber Frauen verharmlosend“.

Ein weiteres Beispiel ist laut Werberat die Anzeige einer Firma aus dem bayerischen Schonungen. Sie bewarb Messgeräte mit dem Spruch: „Noch Budget? Dann zugreifen…“. Dazu sei das Bild einer Frau zu sehen gewesen, die ihren „Weihnachtsmantel“ öffnet und in Reizwäsche dasteht. Die Werbung weise „keinen Produktbezug“ auf, kritisierte der Werberat. Die Reklame reduziere Frauen auf ihre Sexualität und lege „Verfügbarkeit nahe“.

Die Rüge ist die schärfste Form der Kritik durch den Werberat. Sie wird dann ausgesprochen, wenn Unternehmen trotz Beanstandung ihre Reklame nicht ändern oder zurückziehen.