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Rebound-Effekt: Wenn sparsame Technik nicht zu weniger Energieverbrauch führt

Wenn trotz energieeffizienter Geräte der Stromverbrauch insgesamt nicht geringer wird, kann dies am sogenannten Rebound-Effekt liegen. Damit wird der Umstand beschrieben, dass energieeffiziente Innovationen durch ein angepasstes Verhalten der Konsumenten letztendlich nicht zu den Energieeinsparungen führen, die durch die effizientere Energienutzung möglich wären. Beispielsweise hat die Einführung energiesparender Lichtquellen in der Vergangenheit zu mehr Beleuchtung geführt.

Kassel (csr-news) > Wenn trotz energieeffizienter Geräte der Stromverbrauch insgesamt nicht geringer wird, kann dies am sogenannten Rebound-Effekt liegen. Damit wird der Umstand beschrieben, dass energieeffiziente Innovationen durch ein angepasstes Verhalten der Konsumenten letztendlich nicht zu den Energieeinsparungen führen, die durch die effizientere Energienutzung möglich wären. Beispielsweise hat die Einführung energiesparender Lichtquellen in der Vergangenheit zu mehr Beleuchtung geführt. „Es kann sogar zu einem sogenannten „Backfire“ kommen“, so Stephan Bruns vom Fachgebiet Allgemeine Wirtschaftspolitik an der Universität Kassel. „Dies ist der Fall, wenn durch die Verhaltensanpassung des Konsumenten der Energieverbrauch sogar steigt“. Stellt sich die Frage, ob energiesparende Technologien als Maßnahmen gegen den Klimawandel geeignet sind. Um auf globaler Ebene gegensteuern zu können, muss man diesen Effekt zunächst verstehen. Das will Bruns gemeinsam mit Forschern aus dem australischen Canberra und dem italienischen Pisa im Rahmen eines Forschungsprojekts in den nächsten drei Jahren versuchen.

Energieeffiziente Technik kann maßgeblich helfen, den Temperaturanstieg zu begrenzen

„In diesem Projekt werden wir zwei Forschungsfragen nachgehen“, erklärt Stephan Bruns: „Einmal wollen wir herausfinden, wie sich technische Innovationen wie beispielsweise ein Kühlschrank mit der besten Energieeffizienzklasse, erst national und dann global ausbreiten; wir betrachten also die Diffusion dieser Energieeffizienz-Innovation. Vor allem aber ist es unser Ziel, dem Rebound-Effekt auf die Schliche zu kommen, ihn auf der Ebene einer ganzen Volkswirtschaft besser zu verstehen und durch statistische Analysen erkenntlich machen zu können.“ Das Interesse an dieser Fragestellung entwickelte Bruns mit seinen Kollegen vor dem Hintergrund des Klimawandels. Die International Energy Agency geht davon aus, dass energieeffiziente Technik maßgeblich helfen kann, den Temperaturanstieg auf 2°C zu begrenzen. “Bislang aber gibt es keine umfassenden Studien, die den Rebound-Effekt für eine ganze Volkswirtschaft untersuchen, sondern überwiegend Studien zu spezifischen technischen Innovationen und ihrem Rebound-Effekt oder Studien, die sich auf Simulationen aber nicht auf Daten stützen“, sagt Bruns. Daher will er empirisch untersuchen, wie sich Energieeffizienzinnovationen auf den Energieverbrauch in ein bzw. mehreren Ländern auswirken. Die Untersuchung erfordert relativ komplizierte ökonometrische Modelle: Mit Hilfe von so genannten „causal discovery-Algorithmen“, die aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz stammen, wird das Wechselverhältnis zwischen Energiekonsum und Energieeffizienz über eine längere Zeitspanne betrachtet.