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WFTO hat erstes Label für komplett faire Unternehmen vorgestellt

Fair gehandelte Produkte, entsprechend zertifiziert und gelabelt, sind heute in nahezu allen Supermärkten zu finden und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Daneben gibt es aber Unternehmen, die nicht nur einzelne Produkte fair handeln, sondern sich insgesamt dem fairen Handel verschrieben haben. Die Handelsgesellschaften GEPA und El Puente sind zwei Beispiele dafür. Genau für solche Unternehmen hat nun die WFTO, die internationale Dachorganisation von mehr als 400 Fair-Handels-Organisationen, auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente ein eigenes Label eingeführt.

Frankfurt (csr-news) > Fair gehandelte Produkte, entsprechend zertifiziert und gelabelt, sind heute in nahezu allen Supermärkten zu finden und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Daneben gibt es aber Unternehmen, die nicht nur einzelne Produkte fair handeln, sondern sich insgesamt dem fairen Handel verschrieben haben. Die Handelsgesellschaften GEPA und El Puente sind zwei Beispiele dafür. Genau für solche Unternehmen hat nun die WFTO, die internationale Dachorganisation von mehr als 400 Fair-Handels-Organisationen, auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente ein eigenes Label eingeführt.

Das nun vorgestellte WFTO-Label kann auf Produkten von Unternehmen verwendet werden, die in ihrer gesamten Geschäftstätigkeit die Prinzipien des Fairen Handels erfüllen. So sollen Verbraucher direkt erkennen, dass diese Produkte von anerkannten Fair-Handels-Organisationen stammen, die sich mit ihrer gesamten Unternehmenspolitik an die Prinzipien des Fairen Handels halten. Nutzbar ist das Label sowohl für Lebensmittel als auch für Handwerksprodukte. „Bislang gibt es international keine gesetzliche Regulierung für die Zertifizierung von fair gehandelten Produkten“, so Rudi Dalvai, Präsident der WFTO. „An dem neuen Label können Konsumenten klar erkennen, welche Organisationen sich zu 100 Prozent dem Fairen Handel verschrieben haben“.

Umsätze des Fairen Handels in Deutschland

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Quelle: Forum Fairer Handel

Hinter dem Label steht das WFTO-Garantie-System, das gemeinsam von Experten und Fair-Handels-Organisationen – einschließlich der Produzenten – entwickelt wurde und für alle Akteure entlang der gesamten Lieferkette gilt. Die von der WFTO anerkannten Fair-Handels-Organisationen müssen sich einem regelmäßigen Monitoring unterziehen, das unter anderem Kontrollen durch externe Gutachter umfasst. Dabei wird die Einhaltung der 10 Fair-Handels-Standards der WFTO überprüft. Zu diesen gehören unter anderem die Zahlung eines fairen Preises, der Ausschluss von Zwangs- und Kinderarbeit, Umweltschutz, Transparenz und allgemein die Förderung des fairen Handels.

Lückenlose, faire Handelskette

2011 beschlossen die Mitglieder das Prinzip des fairen Handels weiterzuentwickeln, Fair Trade Praktiken in der Lieferkette zu verbessern und ein vertrauenswürdiges Erkennungszeichen zu entwickeln. Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit und eine gewisse Robustheit des Systems, waren die zentralen Kriterien bei der Entwicklung des Garantie-Systems. Dabei versteht sich das Garantie-System nicht als Zertifizierung, sondern vielmehr als eine Art Sicherungsmechanismus unter anderem, weil die Mitglieder auch ein internes, die eigene Lieferkette umfassendes Monitoring-System vorweisen müssen. Dadurch werden auch die Lieferanten in den Prozess einbezogen, die nicht durch ein bestehendes Kontrollsystem, beispielsweise Faitrade, überprüft werden. Die Mitglieder der Organisation die das Garantie-Verfahren bestanden haben, dürfen zukünftig das Label für ihre Kommunikation und auf ihren Produkten verwenden. Es bescheinigt ihnen eine lückenlose, faire Handelskette.

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Das Forum Fairer Handel und der Weltladen-Dachverband begrüßen, dass nun auch Fair-Handels-Organisationen, die sich den strengen Regelungen und der Überprüfung durch die WFTO unterwerfen, dies nach außen deutlich machen können. Zu den ersten Unternehmen die hierzulande den Garantie-Prozess bestanden haben, gehören GEPA und El Puente. „Durch das WFTO Garantie-System können wir unsere Arbeit als Fair-Handels-Organisation von außen überprüfen lassen und das für unsere Kunden sichtbar machen. Wir sind überzeugt von der Idee und stolz darauf, dass wir die ersten in Deutschland sind, die das Label auf ihre Produkte aufbringen dürfen“, sagt Martin Moritz, Geschäftsführer der Fair-Handels-Organisation EL PUENTE. Sein Unternehmen hat sich dazu entschlossen, neue Verpackungen mit dem Label zu versehen und dadurch die Initiative der WFTO zu unterstützen und die Bekanntheit des fairen Handels weiter zu fördern.

Einen anderen Weg geht GEPA, die den Prozess des Garantie-Systems ebenfalls erfolgreich durchlaufen hat. Man ist sich der Wertigkeit der Auszeichnung bewusst, will das Label aber hauptsächlich in der Unternehmenskommunikation nutzen. Der Grund ist die seit Jahren verfolgte Markenstrategie Fair plus (Bericht auf CSR-NEWS). Damit wollte man sich von den gängigen Fairtrade-Siegeln abgrenzen, auch wenn deren Kriterien weiter eingehalten würden und die Produkte auch entsprechend zertifiziert sind. „GEPA steht nicht nur zu 100 Prozent für fairen Handel, sondern steht ebenso für herausragende Produktqualität“, sagte der damalige GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck. „Das macht einen wesentlichen Unterschied zur gängigen Fairtrade-Praxis aus“. Von diesem Weg wolle man nicht abweichen, dennoch, so schreibt das Unternehmen auf seiner Website, „ist das WFTO-Garantiesystem für uns als Fair Handelsorganisation die wichtigste Referenz“.