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Deutsche Bahn will tausende Güterzüge leiser machen

Zum Lärmschutz will die Deutsche Bahn in diesem Jahr tausende Güterwagen mit leiseren Bremsen ausstatten. Bis Ende 2016 solle jeder zweite Zug der Cargo-Flotte die sogenannte Flüsterbremse haben, die den Schienenlärm deutlich reduziere, teilte der Konzern am Montag mit.

Berlin (afp) > Zum Lärmschutz will die Deutsche Bahn in diesem Jahr tausende Güterwagen mit leiseren Bremsen ausstatten. Bis Ende 2016 solle jeder zweite Zug der Cargo-Flotte die sogenannte Flüsterbremse haben, die den Schienenlärm deutlich reduziere, teilte der Konzern am Montag mit. Den Angaben zufolge soll die Zahl der Güterwagen mit der lärmmindernden Technologie bis zum Jahresende von 21.000 auf 32.000 Wagen steigen.

Die Umrüstung der Güterwagen wird vom Bund gefördert. Dieser stockte seine Mittel für das seit 1999 laufende Lärmsanierungsprogramm auf 150 Millionen Euro im Jahr auf. „Unser Ziel ist es, den Lärm bis 2020 zu halbieren“, betonte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Wer bis 2020 nicht auf lärmmindernde Technik umgerüstet habe, dürfe das deutsche Schienennetz nicht mehr befahren. Dafür werde nun ein entsprechendes Gesetz vorbereitet.

Die Allianz pro Schiene forderte, das Gesetz gegen laute Güterwagen schnell auf den Weg zu bringen. „Lärmgeplagte Bürger und ebenso die Eisenbahnbranche brauchen endlich Gewissheit, dass es an Deutschlands Schienenwegen leiser wird“, erklärte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Fahrverbote seien eine Garantie, dass die Lärmsanierung nicht umgangen werde.

Seit dem Start des Lärmsanierungsprogramm im Jahr 1999 investierten Bund und Bahn mehr als 1,1 Milliarden Euro in die Lärmsanierung von knapp 1500 Kilometern Schienenstrecke; über 610 Kilometer Lärmschutzwände wurden errichtet. Laut Deutscher Bahn sollen in diesem Jahr weitere hundert Kilometer Strecke und 2000 Wohnungen Lärmschutz erhalten.

Das Ziel, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu holen, gelinge nur, „wenn die Anwohner in absehbarer Zeit mit geringeren Lärmwerten rechnen können“, erklärte Bahn-Chef Rüdiger Grube. Der Güterverkehr der Deutschen Bahn läuft seit geraumer Zeit schlecht.