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Sächsische Unternehmer nach ausländerfeindlichen Übergriffen in Sorge

Nach den jüngsten ausländerfeindlichen Übergriffen in Sachsen machen sich lokale Unternehmer Sorgen um mögliche wirtschaftliche Folgen.

Düsseldorf (afp) >Nach den jüngsten ausländerfeindlichen Übergriffen in Sachsen machen sich lokale Unternehmer Sorgen um mögliche wirtschaftliche Folgen. Es sei zu befürchten, dass der mit den Übergriffen einhergehende Imageschaden „irgendwann auch messbare Nachteile, etwa bei Auftragseingängen oder der Fachkräftegewinnung von außerhalb Sachsens“ haben werde, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden, Detlef Hamann, dem „Handelsblatt“ vom Dienstag.

Hamann forderte die Politik zum Eingreifen auf, um Vorbehalten gegen Flüchtlinge den Boden zu entziehen. Dazu müssten auch die „Befürchtungen der Menschen“ zur Kenntnis genommen werden. „Eine Willkommenskultur, die Menschlichkeit, Verständnis und Integrationsangebote einfordert, muss auf klaren Regeln beruhen“, sagte Hamann weiter. Zudem müssten rechtsfreie Räume verhindert und Straftaten unterbunden werden.

Hamann zeigte sich zugleich besorgt, dass Beobachter insbesondere im Ausland lokale Phänomene für die gesamte Region verallgemeinern könnten. Vorfälle in Sachsen schienen „medial eine besonders hohe Priorität“ zu haben, sagte er. Vor diesem Hintergrund werde es für die sächsischen Unternehmer „immer schwieriger, auf den Märkten ein positives Bild sächsischer Wirtschaftskraft zu präsentieren“.

Im sächsischen Clausnitz hatte am Donnerstagabend eine pöbelnde Menschenmenge einen ankommenden Bus mit Flüchtlingen blockiert und „Wir sind das Volk“ skandiert. Gegen die Polizei gibt es Vorwürfe wegen eines rüden Vorgehens gegen die Flüchtlinge. Im Bautzen hatten zudem Schaulustige in der Nacht zum Sonntag den Brand eines Hotels bejubelt, in das Flüchtlinge einziehen sollten.