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CSRbriefly für die 8. Kw.

Weitere Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung in dieser Woche:

Norden (csr-news) > Weitere Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung in dieser Woche:

Münchener Hypothekenbank im imug Nachhaltigkeitsrating hochgestuft

Die Nachhaltigkeitsratingagentur imug hat die Ratings der Münchener Hypothekenbank eG in allen drei von ihr bewerteten Wertpapierkategorien angehoben. Mit den neuen Ratings befindet sich die MünchenerHyp nun in der Spitzengruppe der von imug gerateten Kreditinstitute. In ihrem Rating Report hebt imug die Qualität des Nachhaltigkeitsmanagements der Bank hervor, darunter insbesondere das positive Leistungsbild bei der Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien hinsichtlich sozialer und verantwortungsbewusster Unternehmensführung.

VfL Wolfsburg erhält Auszeichnung für Nachhaltigkeit

Der VfL Wolfsburg wurde als erster Bundesligaverein nach Nachhaltigkeitskriterien im Profisport gemäß „sustainclub“ von der DEKRA geprüft und hat mit 274 von 344 möglichen Punkten die Auszeichnung Gold erhalten. Das Label „sustainclub“ ist das erste seiner Art für Nachhaltigkeit im Profisport. Der Kriterienkatalog wurde von der Organisation sustainable///sports, Basel, gemeinsam mit Experten von DEKRA entwickelt. Das System hilft den Clubs, Nachhaltigkeit im Sport als Geschäftsszenario zu behandeln, Maßnahmen in diesem Bereich zu identifizieren und umzusetzen, die Leistung des Clubs in Bezug auf Nachhaltigkeit zu evaluieren und die sich daraus ergebenden Vorteile zu nutzen. Der Kriterienkatalog umfasst rund 180 Bewertungsfelder und orientiert sich dabei an internationalen Initiativen und Standards wie der Global Reporting Initative (GRI), der ISO 26000 und der SA 8000. Bei der Überprüfung des VfL Wolfsburg durch die Experten von DEKRA Assurance Services wurden verschiedene Nachhaltigkeitskriterien wie Umwelt und Emissionen, Management & Strategie, Energie und Stakeholder & Soziales betrachtet und nach einem Ampelsystem bewertet. Dem VfL Wolfsburg wurde aufgrund seines Gesamtergebnisses mit 274 von 344 möglichen Punkten das Label in Gold verliehen.

CEO Medienpräsenz-Ranking 2015

2015 war das Jahr, in dem die Chefs der deutschen Wirtschaft als Krisenmanager gefragt waren. Mit Fitschen, Müller und Spohr stehen im diesjährigen CEO-Medienpräsenz-Ranking von Keynote Kommunikation drei Konzernlenker an der Spitze, deren Unternehmen von Krisen erschüttert wurden. Unter den insgesamt 84 CEOs von Dax- und MDax- Konzernen hatte Jürgen Fitschen 2015 die größte Medienpräsenz. Der Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank wurde in insgesamt 4.876 Artikeln namentlich genannt. Das sind rund ein Drittel mehr als im Vorjahr, als er noch Rang 2 der Medienpräsenz belegte. Damit erreichte Fitschen etwa 11,7 Prozent der CEO Berichterstattung. Ebenfalls stark präsent war der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller. Obwohl Müller erst mit dem Beginn des Abgasskandals im September 2015 das Amt des Vorstandsvorsitzenden beim Wolfsburger Automobilriesen übernahm, wurde er in 4.757 deutschen Presseartikeln genannt und erreichte eine Medienpräsenz von 11,4 Prozent. Stark vertreten in den Medien war auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der zuerst mit einem tragischen Flugzeugabsturz zum Jahresanfang und dann auch noch mit zahlreichen Streiks zu kämpfen hatte. Mit 3.131 Artikeln war er in 7,5 Prozent der CEO Berichterstattung präsent. Damit stieg Spohr von Rang 6 im Vorjahr auf Rang 3 im Jahr 2015.

Heidelberg unterzeichnet „2030-Agenda – Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“

Der Gemeinderat der Stadt Heidelberg hat beschlossen, die Erklärung „2030-Agenda – Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ zu unterzeichnen. Durch die Unterzeichnung erklärt Heidelberg seine Bereitschaft, sich für die Ziele der Agenda auf lokaler Ebene zu engagieren. Fast alle 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung würden sich in den Zielen des Stadtentwicklungsplans der Stadt Heidelberg wiederfinden, an dem die Stadt Heidelberg seit Jahren arbeitet.

Überarbeitung der ISO-Norm gegen Korruption

Mit einem internationalen Standard soll zukünftig Korruption bekämpft werden. Bei der internationalen Normungsorganisation ISO wird derzeit ein weltweit gültiger Standard für Antikorruptions-Managementsysteme entwickelt: ISO 37001 „Anti-bribery management systems„. Die Norm liegt jetzt als Entwurf vor, zu dem nun weltweit Stellung genommen werden kann. ISO 37001 soll Unternehmen und Organisationen helfen, Bestechung zu bekämpfen, indem sie eine Kultur der Integrität, Transparenz und Compliance etabliert. Der Standard kann nicht garantieren, dass es keine Bestechung gibt, hilft aber, wirksame Maßnahmen zu implementieren, um sie zu vermeiden. Dazu sind Anforderungen und Leitlinien für die Einführung, Umsetzung, Pflege, Überprüfung und Verbesserung eines Anti-Korruptions-Managementsystems definiert. Das System kann einzeln implementiert werden oder als Teil eines Gesamtmanagementsystems.

Global Corruption Report (GCR) Sport veröffentlicht

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat in dieser Woche den Global Corruption Report (GCR) Sport veröffentlicht. Ein Schwerpunktthema ist die Manipulation von Sportwettkämpfen. Der GCR Sport, der unter Mitwirkung von rund 60 internationalen Experten wesentliche Problembereiche und Lösungsansätze der Korruption im Sport zusammenfasst, enthält grundlegende Analysen zum Verständnis von Korruptionsrisiken. Für Deutschland sind vor allem die Empfehlungen zum Vertrauen in die Sportorganisationen und die Sicherung von Transparenz und Verantwortlichkeit im Sport relevant.

Unternehmen und IB-Hochschule fördern Studium von Flüchtlingen

In einem bundesweit einmaligen Projekt bietet die Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim Flüchtlingen die Möglichkeit, ein Studium zum IT-Manager zu absolvieren. Zielgruppe sind vor allem Flüchtlinge aus dem Nahen Osten. Sie können dank der finanziellen Unterstützung von Unternehmen und Privatpersonen drei Jahre kostenlos an der privaten Hochschule studieren. Bislang haben sich Förderer für acht Studienplätze gefunden, darunter IBM Deutschland und die SCA Hygiene Products GmbH, die Lieblang Dienstleistungsgruppe Management, die Hays AG und die Softwarekontor GmbH. Sie haben sich verpflichtet, für die gesamte Studiendauer monatlich 350 Euro pro Studierenden zu zahlen. Das Interesse an diesem Angebot ist groß, die ersten Studenten sollen bereits zu Beginn des nächsten Sommersemesters im April anfangen.

Deutschland ist Europameister im Carsharing

Über 50 Prozent der europäischen Carsharing-Autos fahren in Deutschland. Das geht aus der aktuellen Studie “What’s Ahead for Car Sharing?” der Boston Consulting Group (BCG) hervor. 2015 waren weltweit knapp 90.000 Carsharing-Fahrzeuge im Einsatz. Der derzeit größte Markt ist die Region Asien-Pazifik mit 2,3 Millionen Nutzern von 33.000 Fahrzeugen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist jedoch Europa der am weitesten entwickelte Markt mit 2,1 Millionen Nutzern von 31.000 Fahrzeugen. Über die Hälfte der Fahrzeuge sind auf deutschen Straßen unterwegs. In Nordamerika kommen 1,5 Millionen Fahrer auf 22.000 Fahrzeuge.

Ford tritt als erster Autohersteller der EICC bei

Die Ford Motor Company ist als erster Automobilhersteller der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) beigetreten zu sein. Beim EICC handelt es sich um einen gemeinnützigen Zusammenschluss von führenden Elektronikunternehmen zur Optimierung der sozialen, ökologischen und ethischen Bedingungen in Unternehmen. Die Vollmitgliedschaft beim EICC erfordert von Ford die Identifizierung von möglichen Schwachstellen im eigenen Unternehmen und bei Zulieferern, von denen mindestens 25 Prozent durch Audits geprüft werden müssen. Der EICC besteht aus mehr als 110 namhaften Elektronik-Unternehmen, etwa 15 Prozent der Mitglieder sind aktuell Lieferanten von Ford.

Netto Marken-Discount verkauft nur noch Bananen aus nachhaltigem Anbau

Der Netto Marken-Discount bietet in der Obst- und Gemüseabteilung künftig nur noch Bio-Bananen mit Fairtrade Siegel aus ökologisch-zertifizierten Anbau und im konventionellen Bereich Rainforest Alliance Certified-Bananen an. Im letzten Jahr startete Netto eine Partnerschaft mit dem WWF Deutschland. Seit Sommer 2015 tragen umweltverträglichere Produkte aus dem Netto-Eigenmarkensortiment zusätzlich zur besseren Orientierung das Logo der Natur- und Umweltschutzorganisation. Voraussetzung ist, dass sie anerkannte Standards (EU-Biosiegel, MSC, FSC oder Blauer Engel) erfüllen und entsprechend durch unabhängige Prüforganisationen zertifiziert sind. Bei Bio-Produkten prüft der WWF zusätzlich die regionale Wasser- und länderspezifische Sozialsituation.

GLOBAL 2000 Naturkosmetik-Check

Die österreichische Umweltschutz-Organisation GLOBAL 2000 hat nach ihrem Kosmetik-Check nun auch die Naturkosmetik einer Überprüfung unterzogen. Mehr als 500 Kosmetikprodukte aus Reformhäusern, Naturkosmetik-Abteilungen herkömmlicher Drogerie-Märkte und aus Filialen von Körperpflege-Ketten mit grünem Flair wie Bodyshop, Lush, L’Occitane oder Yves Rocher wurden dafür analysiert. Von den 60 Marken, welche die GLOBAL 2000-Tester auf Basis obiger Kriterien eindeutig als deklarierte Naturkosmetik identifiziert hatten, waren sämtliche 317 überprüfte Artikel frei von hormonell wirksamen Inhaltsstoffen und anderen synthetischen Konservierungs-, Duft- oder Farbstoffen. Dennoch sei nicht alles, was als Naturkosmetik bezeichnet wird, auch wirklich Naturkosmetik. Der Naturkosmetik-Check zum Download.

New Report: Die 2030-Agenda

Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf einem Gipfeltreffen in New York die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. Sie bildet den globalen Rahmen für die Umwelt- und Entwicklungspolitik der kommenden 15 Jahre. Kernstück der Agenda sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die SDGs, mit ihren 169 Zielvorgaben. Die Umsetzung der 2030-Agenda bietet die Chance, Diskussionsprozesse auf allen Ebenen – global, national und lokal, zu den Fragen zu fördern, wie Wohlstand und gesellschaftlicher Fortschritt definiert werden sollten, wie nachhaltiges Wirtschaften gelingen kann und wie die Prinzipien der Solidarität und der globalen Verantwortung angesichts der planetaren Grenzen in konkretes gesellschaftliches Handeln übersetzt werden können. Das Global Policy Forum GPF hat nun in einem Report grundlegende Informationen zur 2030-Agenda zusammengestellt und bietet zudem eine politische Einordnung. Die 2030-Agenda – Global Zukunftsziele für nachhaltige Entwicklung zum Download.

EthikBank wächst 2015 überdurchschnittlich

Auch 13 Jahre nach ihrer Gründung bleibt die EthikBank, trotz schwierigen Umfelds, erfolgreich. So wuchs die Bilanzsumme des alternativen Kreditinstituts um fünf Prozent auf 376 Mio. Euro. Die Einlagen wuchsen um zwölf Prozent auf 346 Millionen Euro. Vor allem im Geschäftskontenbereich habe sich das Unternehmen gut entwickelt, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Euler. „Auch hier lässt sich der Bedeutungszuwachs von Nachhaltigkeit in der Wirtschaft feststellen“. Dennoch hat die Bank mit dem Niedrigzins-Umfeld zu kämpfen. Die niedrigen Zinsen hätten große Auswirkungen auf die Ertragslage. „Die wichtigste Einnahmequelle, die Zinsmarge, geht stetig zurück und engt den Handlungsspielraum ein“, sagt Euler. Banken würden dadurch gezwungen, auf risikoreiche Spekulationsgeschäfte auszuweichen. Der EthikBanker sieht darin einen deutlichen Wettbewerbsvorteil für die Großbanken, die in hohem Umfang spekulativ tätig sind. „Es ist schon paradox, dass ausgerechnet die risikoarm agierenden Kreditinstitute, wie Volksbanken und Sparkassen, von den Maßnahmen, die eigentlich die Folgen der Krisen vergangener Jahre bekämpfen und zukünftige Krisen verhindern sollen, in ihrer Existenz bedroht werden.“

Euler spielt damit auf die überbordende Kontrollbürokratie der Europäischen Union an, die kaum Unterschiede mache, zwischen den regional agierenden und der Realwirtschaft dienenden Banken und den Großkonzernen. Besonders bedauert er, dass diese Entwicklungen einfach so geschehen, ohne dass der Branchenverband politisch dagegen vorgehen würde. Doch das wollen die Ethikbanker nicht tatenlos geschehen lassen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern plant Euler, die Bank für einen Tag zu schließen und mit diesem Streik auf die bedrohliche Situation aufmerksam zu machen. „Wir wollen auch in den kommenden Jahren für unser nachhaltiges Geschäftsmodell einstehen und den Finanzmarkt mit unserer täglichen Arbeit zukunftsfähig gestalten. Doch das geht nur unter fairen Wettbewerbsbedingungen und mit den Freiräumen, die es braucht, um bewährte Modelle umzusetzen und neue Ideen zu entwickeln.“