Nachrichten

Mehr Nutzer – weniger Flottenwachstum

Der Trend zum geteilten Auto hält weiter an. Im vergangenen Jahr waren 220.000 mehr CarSharing-Kunden als im Vorjahr registriert. Auch die Anzahl der Städte und Gemeinden mit entsprechenden Angeboten erhöhte sich von 490 auf 537. Beim Flottenwachstum ist allerdings eine Konsolidierung zu beobachten. Während an einzelnen Standorten weiter ausgebaut wird, wird an anderen reduziert. In der Summe nahm die Anzahl der Fahrzeuge nur leicht zu.

Berlin (csr-news) > Der Trend zum geteilten Auto hält weiter an. Im vergangenen Jahr waren 220.000 mehr CarSharing-Kunden als im Vorjahr registriert. Auch die Anzahl der Städte und Gemeinden mit entsprechenden Angeboten erhöhte sich von 490 auf 537. Beim Flottenwachstum ist allerdings eine Konsolidierung zu beobachten. Während an einzelnen Standorten weiter ausgebaut wird, wird an anderen reduziert. In der Summe nahm die Anzahl der Fahrzeuge nur leicht zu.

1,26 Millionen CarSharing-Kunden waren am 01.01.2016 in Deutschland registriert, denen bundesweit 16.100 Fahrzeuge zur Verfügung standen. CarSharing erfreut sich also weiter zunehmender Beliebtheit. Dabei wird ein Trend deutlich, kombinierte CarSharing-Systeme, die stationsbasierte und free-floatende Fahrzeuge aus einer Hand anbieten, nehmen zu. Entsprechende Angebote gibt es jetzt in vier Städten der Rhein-Main-Region. Daneben sind es vor allem die Free-Floating-Systeme, auf die ein Großteil des Wachstums entfällt. Ihre Nutzerzahlen nahmen um rund 26 Prozent zu (insgesamt 830.000 registrierte Nutzer), die Anzahl der Kunden stationsbasierter System stieg um 13 Prozent (insgesamt 430.000 registrierte Nutzer). Doch gerade diese Systeme sorgen für die Verbreitung in der Fläche. Die 47 neuen Orte mit einem CarSharing-Angebot stammen ausschließlich von stationsbasierten Anbietern, die großen Free-Floating-Systeme expandierten nicht.

infografik_cs-varianten_2016

Das Flotten-Wachstum fiel für beide CarSharing-Varianten moderat aus. Im stationsbasierten Bereich bauten einige Anbieter ihre Flotten deutlich aus, andere zogen sich jedoch von einzelnen Standorten zurück. In Vorbereitung auf den 2016 erfolgenden Rückzug aus dem Markt stellten zwei stationsbasierte Anbieter Ende 2015 bereits eine ganze Reihe von Fahrzeuge außer Dienst. Aus diesen Gründen stieg die Gesamtzahl der stationsbasierten Fahrzeuge in Summe nur um 100 an, ein Plus von 1 Prozent.

Im Free-Floating-Bereich stieg die Zahl der Fahrzeuge ebenfalls nur moderat von 6.400 auf jetzt 7.000. Bemerkenswert am Wachstum der Free-Floating-Flotte ist, dass knapp 400 der insgesamt 600 zusätzlichen Fahrzeuge von stationsbasierten Anbietern in Dienst gestellt wurden. Sie etablierten damit sogenannte kombinierte Angebote, bei denen stationsbasierte und free-floatende Fahrzeuge aus einer Hand angeboten werden und in einem Tarif fahren. Solche Angebote gibt es jetzt in Frankfurt am Main, Mannheim, Heidelberg, Hannover und Osnabrück.

45 Kunden teilen sich bei den stationsbasierten Anbietern ein Fahrzeug. Im statistischen Durchschnitt sind das 3 mehr als im Vorjahr. Bei der Free-Floating-Variante kommen auf ein Fahrzeug im Mittel sogar 126 Fahrberechtigte, ein Zuwachs von 23 gegenüber dem Vorjahr. „2015 ist zweifellos ein weiteres Wachstumsjahr für das CarSharing gewesen. Der geringere Zuwachs in den Fahrzeug-Flotten und die Zunahme der Kunden pro Fahrzeug deuten aber darauf hin, dass insbesondere die Free-Floating-Anbieter verstärkt konsolidieren und an ihrer Auslastung arbeiten“, so Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverbands CarSharing.

infografik_carsharing-versorgung_2016

Eine erste wissenschaftliche Evaluation zeigte 2015, dass in den kombinierten Systemen das Free-Floating anders genutzt wird, als das bisher von den reinen free-floating Systemen bekannt war. Bei kombinierten Systemen steht nicht die Einwegfahrt im Mittelpunkt des Kundeninteresses, sondern die Möglichkeit, Fahrzeuge ohne vorherige Reservierung und ohne Festlegung auf den Abgabezeitpunkt ausleihen zu können. Sie werden im Durchschnitt mit sehr viel längeren durchschnittlichen Fahrtweiten genutzt, die weit über die maximale Ausdehnung der Geschäftsgebiete hinausgehen. Eine fahrtbezogene Nutzungskonkurrenz mit dem ÖPNV aus Bequemlichkeitsgründen entfällt daher fast vollständig. Willi Loose: „Um Verkehr und Umwelt zu entlasten, müssen die verschiedenen Verkehrsträger möglichst optimal verzahnt werden. Hier sind die kombinierten CarSharing-Systeme offenbar ein wichtiger Schritt, mit dem auch das Free-Floating gut in den Umweltverbund integriert werden kann.“