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US-Umweltbehörde nimmt Daimler ins Visier

Die US-Umweltbehörde EPA hat vom Stuttgarter Autobauer Daimler Informationen zu Abgaswerten gefordert. Das bestätigte ein Sprecher des Autobauers am Montag.

Stuttgart (afp) > Die US-Umweltbehörde EPA hat vom Stuttgarter Autobauer Daimler Informationen zu Abgaswerten gefordert. Das bestätigte ein Sprecher des Autobauers am Montag. Hintergrund ist eine kürzlich eingereichte Sammelklage in den USA wegen erhöhter Stickoxid-Ausstöße bei bestimmten Diesel-Modellen des Konzerns. Demnach liegen die Ausstoßwerte bei Temperaturen von unter zehn Grad Celsius deutlich über dem Grenzwert.

„Wir halten die Sammelklage für unbegründet. Wir werden uns dagegen mit allen juristischen Mitteln verteidigen“, ergänzte der Daimler-Sprecher. Eine Funktion, die die Abgasnachbehandlung unzulässig reduziere, werde in Fahrzeugen von Mercedes-Benz nicht verwendet. Daimler nehme den Umweltschutz „sehr ernst“ und schätze die bisherige „vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Behörden in den USA“, erklärte der Sprecher weiter. Es sei auch im eigenen Interesse, die Anfragen zu beantworten. Der Autobauer werde die Behörden bei ihren Prüfungen der Dieselemissionen unterstützen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte dem Autobauer in Deutschland Anfang Februar einen ähnlichen Vorwurf gemacht: Demnach überschritt ein Mercedes-Diesel bei Außentemperaturen zwischen sieben und zehn Grad Celsius die Grenzwerte für Stickoxid-Ausstöße deutlich. Daimler hatte schon damals erklärt, keine Schummelsoftware einzusetzen. Mit Daimler gerät nach Volkswagen der zweite deutsche Autobauer in den Fokus der US-Behörden. VW hatte im September zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm beeinflusst den Ausstoß von Stickoxiden bei Tests auf dem Prüfstand, so dass die Werte geringer ausfallen als sie tatsächlich sind.

 

 

 

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