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Unternehmen oder Unternehmer – wer bewegt CSR?

Er begab sich regelrecht in die berühmte „Höhle des Löwen“. Beim 11. „Norddeutschen Fundraisingtag“ ließ sich Frank Otto (Foto, li.) auf dem Podium ausgerechnet vor einer Zuhörerschaft aus Fundraisern über die Motive seiner Engagements als Ehrenamtler und Großspender befragen. Simple Tricks für den schnellen Fundraisingerfolg gab er nicht. Man musste schon genau zuhören und gelegentlich „zwischen den Zeilen“ wahrnehmen.

Hamburg (csr-news) > Er begab sich regelrecht in die berühmte „Höhle des Löwen“. Beim 11. „Norddeutschen Fundraisingtag“ ließ sich Frank Otto (Foto, re.) auf dem Podium ausgerechnet vor einer Zuhörerschaft aus Fundraisern über die Motive seiner Engagements als Ehrenamtler und Großspender befragen. Simple Tricks für den schnellen Fundraisingerfolg gab er nicht. Man musste schon genau zuhören und gelegentlich „zwischen den Zeilen“ wahrnehmen.

Von Markus Kaminski

„Ich begleite mein Geld gern“, mit diesem Satz hatte Otto für einen kurzen Moment die Lacher auf seiner Seite. Immerhin erklärt sich dadurch seine Beiratstätigkeit in 18 Organisationen. Sicherlich ist dieser zeitliche Einsatz nicht zwingend ein Maßstab für engagierte Unternehmer. Trotzdem dachten einige Zuhörer halblaut darüber nach, welche Form der inhaltlichen Einbindung oder welches Reporting die Geber von CSR-Geldern wohl erwarten. Frank Otto setzt auf langfristige Engagements. Der Grund dafür liegt für ihn einfach darin, dass ein Großspender Umwelt und Gesellschaft in einem größeren Stil bewegt und mitgestaltet. Das schließt ein, dass er auch das Ergebnis dieses Prozesses mitverantwortet.

Die Frage: „Muss man Frank Otto für seine Sache begeistern?“, beantwortete er ohne langes Zögern mit einem deutlichen Ja. Schnell stellte er jedoch klar, dass die Entscheidung für oder gegen ein Projekt ein längerer Abwägungsprozess ist – unabhängig von seinem eigenen Bezug zum jeweiligen Thema. Für Otto liegt der Schlüssel zu unternehmerischem Engagement im persönlichen Bereich. Auch wenn er nicht ausschloss, dass die eigene positive Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit oft ein entscheidendes Motiv ist, warnte er davor, alles auf diese Karte zu setzen: „Es gibt durchaus die anonyme Spende!“ Bezogen auf seinen Einsatz wurde deutlich: Hier handelt der Unternehmer! Marketingmotivierte Aktivitäten seiner Beteiligungen spielen in diesem Kontext allenfalls eine nachgeordnete Rolle.

Frank Otto ist seit Mitte der 80er Jahre mit seinen Unternehmensbeteiligungen in sämtlichen Mediengattungen zu Hause. Nicht nur Brancheninsidern ist er als Mehrheitsgesellschafter der Radiosender „Hamburg Zwei“ und „delta radio“ in Norddeutschland und über seine Aktivitäten in den Radiomärkten Berlin (KISS FM) und Sachsen (Energy Sachsen) bekannt. Unter seinen Fittichen werden an der FOM RADIOAKADEMIE in Hamburg Nachwuchs-Radiomacher ausgebildet. Das fachspezifische, senderübergreifende Ausbildungsprogramm ist mittlerweile fester Bestandteil vieler Volontariatsverträge. Frank Otto engagiert sich u.a. ehrenamtlich im Stiftungsrat der „Stiftung Kulturpalast Hamburg“ und im Beirat der „Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft“. Für die „Deutsche Meeresstiftung“ ist er gleich in drei Rollen als Stifter, Vorstand und Mitglied des Redaktionsteams unterwegs. Als Großspender legte er seinerzeit den finanziellen Grundstein für die Hamburger „Leuchtfeuer Stiftung“.

Der „Norddeutsche Fundraisingtag“ in Hamburg ist die überregionale Fachtagung zur Finanzierung von gemeinnützigen Organisationen und Stiftungen. Mit einem zweitägigen Programm bieten die Veranstalter jährlich einen Mix aus Workshops, Vorträgen und Diskussionen zu einem festgesetzten Schwerpunktthema. In diesem Jahr stand unter dem Motto „Spenderinnen und Spender – rätselhaft und unergründlich?“ das Geberverhalten im Mittelpunkt. Publikum und Referenten sind dabei nicht etwa auf den Raum Norddeutschland beschränkt – für diesen Termin nehmen die Teilnehmer durchaus auch lange Anfahrten in Kauf. Gastgeber sind die Agentur KOSO, einer der führenden Fachdienstleister für Kommunikationsberatung und Sozialmarketing, sowie die Fundraising Akademie.

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