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CSRbriefly für die 9. Kw.

Weitere Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung in dieser Woche:

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Rebalancing des Global Challenges Index

Die schweizerische Sonova Holding wird zum 18. März 2016 in den Global Challenges Index (GCX) aufgenommen. Der Entwickler und Hersteller von Hörgeräten und Implantaten zur Verbesserung des Hörvermögens ersetzt den Beratungsdienstleister Accenture, der den strengen Auswahlkriterien des GCX nicht mehr genügt. Accenture wird aufgrund eines Rüstungsverstoßes aus dem Index ausgeschlossen. Hintergrund ist die Beteiligung Accentures an dem sogenannten US Army STOC II Ausbildungsprogramm der US-Armee, bei dem Software für Trainingssimulationen entwickelt wird.

Geschäftsreisende nutzen Carsharing

Zwei Drittel der Geschäftsreisenden haben schon einmal Carsharing wie Car2go, DriveNow oder Flinkster genutzt. 31 Prozent steigen manchmal in ein Carsharing-Fahrzeug, 14 Prozent sogar häufig. Das sind Ergebnisse die der Deutsche Reiseverband (DRV) in der Studie „Chefsache Business Travel 2016“ ermittelt hat. Zwar würden auf Geschäftsreisen überwiegend Taxi, Mietwagen oder Dienstauto genutzt, doch immer mehr Manager ziehen unterwegs auch Alternativen in Betracht. So sind 45 Prozent der Befragten schon einmal auf ein Mietfahrrad gestiegen. Was auffällt: Carsharing und Mietfahrrad werden vergleichsweise häufig von Geschäftsführern gewählt. Darüber hinaus werden alternative Verkehrsmittel öfter von geschäftsreisenden Frauen als von Männern angesteuert. Dabei hat besonders Carsharing enormes Potenzial: Drei Viertel der Geschäftsreisenden können sich laut Studie vorstellen, in Zukunft Carsharing zu nutzen, wenn sie sich am Zielort gut auskennen. Besonders offen dafür sind die Vielreisenden unter ihnen.

Erster Energieversorger veröffentlicht eine Gemeinwohlbilanz

Polarstern ist der erste Energieversorger in Deutschland, der ausschließlich bundesweit 100 Prozent Ökostrom und 100 Prozent Ökogas aus erneuerbaren Energien anbietet und zudem Projekte zur nachhaltigen Energiegewinnung und -verbrauch unterstützt. Seit der Gründung 2011 legt das Unternehmen großen Wert auf glaubwürdig grünes, soziales und transparentes Handeln. Als erster Energieversorger in Deutschland hat das Unternehmen jetzt seine Gemeinwohlbilanz erstellt. Bei der Prüfung von Polarstern’s Gemeinwohlbilanz wurden besonders positiv die gesellschaftliche Wirkung der Energieprodukte und ihre ökologische Gestaltung bewertet.

Neues BMUB-Förderprogramm für Elektrobusse

Das Bundesumweltministerium wird künftig die Anschaffung von Elektrobussen fördern. Das kündigte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth an. Gerade bei Verkehrsunternehmen gäbe es ein verstärktes Interesse, Busse mit Elektroantrieb einzusetzen. Elektroantriebe sind lärmarm und lokal abgasfrei und leisten somit einen Beitrag für bessere Luft in den Städten. Zuletzt hatte die Stadt Köln erstmalig acht Elektrogelenkbusse in ihre Flotte aufgenommen. Da Elektrobusse inzwischen Serienreife erreicht haben, soll das BMUB-Anschaffungsprogramm, das bisher für Hybrid- und Plug-In-Hybrid-Busse gilt, nun auf Elektrobusse ausgeweitet werden. Die entsprechende Förderrichtlinie wird derzeit erarbeitet und in Kürze veröffentlicht. Das BMUB fördert bisher zwei Elektrobus-Projekte in Hamburg und Hannover im Rahmen des Programms „Erneuerbar Mobil“.

Nachhaltigkeit setzt sich bei bewirtschafteten Immobilien nur langsam durch

Konventionell bewirtschaftete Immobilien lassen sich zunehmend schlechter vermieten. Mit weiteren Preisabschlägen ist in den kommenden Jahren zu rechnen. Dennoch werden nachhaltige Strategien für Immobilien nur zögerlich in die Tat umgesetzt. Das sind Ergebnisse des WISAG Nachhaltigkeitsradars 2015. Die Unternehmen verankern Nachhaltigkeit zunehmend in ihrer allgemeinen Geschäftsstrategie. Nur etwa ein Viertel von ihnen verfolgt nach Ansicht der Studienteilnehmer keine Nachhaltigkeitsziele. Doch von den wenigsten Unternehmen wird die Strategie konsequent, von knapp der Hälfte selektiv und von einem Viertel überhaupt nicht in ihren Immobilien umgesetzt. Woran liegt das? Die Befragten sehen Gründe vor allem in unterschiedlichen Interessenlagen der Stakeholder, unzureichenden Vertragsregelungen zwischen den Akteuren, aber zuweilen auch in der mangelnden Unterstützung durch die Immobiliennutzer. Das WISAG Nachhaltigkeitsradar ist seit 2011 eine jährliche Onlinestudie zu aktuellen Trends nachhaltiger Immobilienbewirtschaftung. 2015 hieß das Fokusthema „Standardisierung“.

Laverana nach „ZNU Nachhaltiger Wirtschaften“ zertifiziert

Laverana, Hersteller von lavera Naturkosmetik, ist vom TÜV Rheinland nach dem ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften zertifiziert worden. Die Laverana ist das 1. Unternehmen außerhalb der Food-Branche, das nach diesem Standard zertifiziert ist. Die Laverana folgt seit Gründung im Jahr 1987 schon immer nachhaltigen Grundsätzen und gehört weltweit zu den Pionieren der Naturkosmetik-Branche. ZNU und Laverana haben im Dezember 2014 ein Pionierprojekt begonnen und damit die ZNU Kriterien über den Food-Sektor hinaus erweitert.

Internationale Studierende: Bessere Berufschancen durch Praktika und Freiwilligenarbeit

Durch freiwilliges Engagement und mit Praktikumserfahrungen in regionalen Unternehmen erhöhen internationale Studierende ihre Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Forschungsbereiches beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Die Studie „Engagiert gewinnt. Bessere Berufschancen für internationale Studierende durch Praxiserfahrungen“ begleitet mit wissenschaftlichen Erhebungen das Förderprogramm „Study&Work“, eine gemeinsame Initiative des Stifterverbandes und der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Demnach haben es internationale Studierende, die sich in Sportvereinen, Nachbarschaftsinitiativen oder anderen sozialen Organisationen engagieren, leichter, nach ihrem Studium ins Berufsleben einzusteigen. Durch ihr freiwilliges Engagement finden sie schneller Kontakt zu einheimischen Studierenden und regionalen Akteuren, lernen die kulturellen Gepflogenheiten kennen, und sie sprechen besser Deutsch. Auch mehrere studienbegleitende Praktika können den späteren Berufseinstieg erleichtern.

„Ich spreche deutsch“: Flüchtlingsprojekt der TUI Stiftung und der Deutschlandstiftung Integration

Die TUI Stiftung und die Deutschlandstiftung Integration haben das Projekt „Ich spreche deutsch“ gestartet. Die Initiative setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen organisieren die Stiftungen Sprachkurse, in denen Freiwillige Flüchtlingen erste Deutschkenntnisse vermitteln. Zum anderen wird kostenlos das Lehrbuch „Ich spreche deutsch“ zur Verfügung gestellt. 30.000 Exemplare wurden seit Beginn des Projektes bundesweit an über 1.700 Empfänger verschickt. Am Standort Hannover sind seit Dezember 2015 wie geplant zehn Sprachkurse erfolgreich angelaufen. Insgesamt wurden damit rund 120 Flüchtlinge von 30 TUI Mitarbeitern ehrenamtlich unterrichtet.

Einigung über Ausschluss bienentoxischer Wirkstoffe

ALDI schließt seit 1. Januar 2016 den Einsatz bestimmter bienentoxischer Wirkstoffe (Chlorpyrifos, Clothianidin, Cypermethrin, Deltamethrin, Fipronil, Imidacloprid, Sulfoxaflor und Thiamethoxam) beim Anbau von deutschem Obst, Gemüse und Kartoffeln aus. Die neuen Qualitätsanforderungen bedeuten auch Anpassungen für die Landwirtschaft. Daher haben die Unternehmensgruppen ALDI Nord und ALDI SÜD verschiedene Vertreter von Erzeugern, Verbänden und Vereinen, Pflanzenschutzberatern und -ämtern sowie Prüflaboren zu einem Runden Tisch eingeladen. Gemeinsam wurde ein praktikabler Lösungsansatz erarbeitet, mit dem alle Parteien sowohl dem Bienenschutz als auch den landwirtschaftlichen Bedürfnissen Rechnung tragen. „Der Einsatz dieser bienentoxischen Wirkstoffe auf dem Feld darf als Spritzanwendung nicht mehr stattfinden“, erläutert Ralf-Thomas Reichrath aus dem Qualitätswesen von ALDI SÜD. Darüber hinaus haben sich alle Beteiligten dazu verpflichtet, in Zukunft intensiv an der Reduzierung des Einsatzes dieser Wirkstoffe im Rahmen der Beizung, der Saatgutinkrustierung sowie in der Jungpflanzenanzucht zu arbeiten. Hierzu wurde vereinbart, bei einem weiteren Treffen bis Ende 2016 eine gemeinsame Zeitlinie verbindlich zu erarbeiten.

Aktionäre bewerten weibliche Vorstände besser als männliche

Unternehmen mit Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat werden an der Börse höher bewertet. Die Anleger beurteilen die Leistungen der wenigen Frauen, die sich auf der Karriereleiter ohne Quote durchsetzen konnten, besser als die Arbeit der vielen männlichen Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Ökonomen der Technischen Universität München (TUM) und der University of Hong Kong mit einer ungewöhnlichen Methode: Die Forscher untersuchten in rund 50 Ländern Aktienkurse von Unternehmen, aus denen Führungskräfte durch Tod oder Krankheit ausgeschieden waren. Die Studie zeigt, dass nach einem plötzlichen Ausscheiden von Managerinnen der Aktienkurs durchschnittlich um zwei Prozent sank. Noch einen Prozentpunkt stärker war der Effekt, wenn eine Frau durch einen Mann ersetzt wurde. Schied dagegen ein Mann aus, hielten die Aktien ihren Wert. Der zweite Teil der Analyse zeigt, dass die Aktionäre nicht Frauen per se mehr zutrauen. Vielmehr beurteilen sie offenbar die konkreten Leistungen der Führungskräfte. Die Forscher fanden dies heraus, indem sie den jeweiligen Frauenanteil der Vorstände und Aufsichtsräte in den untersuchten Ländern einbezogen. Dieser betrug beispielsweise nur drei Prozent in Japan, acht Prozent in den USA, aber 20 Prozent auf den Philippinen. In Ländern, in denen es Frauen besonders schwer hatten, auf eine Führungsposition zu gelangen, waren die Kursverluste bei ihrem Ausscheiden größer.

Auszeichnung „Green Hospital Bayern“

Sieben bayerische Kliniken haben die Auszeichnung „Green Hospital Bayern“ erhalten und wurden damit als ökologisch vorbildliches Krankenhaus geehrt. Die Green-Hospital-Initiative will das ökologische Engagement der bayerischen Krankenhäuser stärken. Ziel ist es, die Idee des nachhaltigen Krankenhauses flächendeckend in ganz Bayern zu verwirklichen. Schätzungen zufolge könnten die bayerischen Krankenhäuser allein durch energetische Verbesserungen jährlich eine mögliche Einsparung von rund einer Million Tonnen CO2 realisieren. Bei den Betriebskosten könnten so rund 105 Millionen Euro Energiekosten pro Jahr eingespart werden. Auch beim Wasserverbrauch oder durch Abfallvermeidung und -trennung bestehen große Einsparmöglichkeiten.

FSC-Zertifikat auf dem Prüfstand

Fast 150 Millionen Hektar Wald in rund 80 Ländern wurden bis heute weltweit nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert. Wälder mit diesem Zertifikat werden ökologisch verantwortungsvoll bewirtschaftet, die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten bleibt erhalten und das Holz wird unter sozial gerechten Bedingungen produziert – so steht es in den Statuten des FSC. Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts haben das Forest Stewardship Council-Zertifizierungssystem (FSC) auf dessen Nachhaltigkeit und seinen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt getestet. Das internationale Forscherteam hat im Rahmen einer Evaluierung des Zertifizierungsprojektes in den Regenwäldern Zentral-Guyanas untersucht, wie sich verschiedene Froscharten in nachhaltig bewirtschafteten Forstgebieten unter dem Einfluss von extremen Klimaereignissen verhalten. In der kürzlich im Fachjournal „Biotropica“ erschienen Studie zeigen sie, dass Amphibiengemeinschaften in bereits eingeschlagenen Wäldern weniger empfindlich auf klimatische Extreme reagieren.

Continental tritt Nachhaltigkeitsplattform der deutschen Wirtschaft bei

Die Continental AG ist der Nachhaltigkeitsinitiative econsense beigetreten. „Wir sind davon überzeugt: Nachhaltigkeitsorientiertes und verantwortungsbewusstes Handeln steigert unsere Wertschöpfungskraft. Wir stärken damit die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. Nachhaltiges Wirtschaften verstehen wir deshalb als strategische Aufgabe der Unternehmensentwicklung“, sagte Elmar Degenhart, Vorsitzender des Vorstands von Continental.

Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit 2016

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ruft vom 30. Mai bis 05. Juni 2016 zu den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit auf. Ab sofort können unter www.aktionstage-nachhaltigkeit.de/mitmachen eigene Aktionen eingetragen werden. Die Initiative richtet sich an Privatpersonen, Vereine, Unternehmen, Kommunen und andere Gruppen, die sich im Bereich Nachhaltigkeit engagieren. Die Aktionstage finden in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit finden zeitgleich mit der Europäischen Nachhaltigkeitswoche statt, an der sich Menschen und Organisationen aus allen europäischen Ländern beteiligen können. Die Beiträge im Rahmen der Deutschen Aktionstage werden dorthin verlinkt, so dass Aktionen in Deutschland automatisch in die Europäische Initiative einfließen.

BASF-Kosmetikportfolio unter Nachhaltigkeitsaspekten bewertet

Um Kunden noch besser dabei zu unterstützen, die Nachhaltigkeitsleistung ihres Portfolios zu erhöhen, hat BASF ein neues Verfahren zur Portfoliosteuerung anhand von Nachhaltigkeitskriterien entwickelt. Mithilfe der Sustainable Solution Steering-Methode wurden die wesentlichen Nachhaltigkeitskriterien und Herausforderungen in der Kosmetikindustrie ermittelt und der Nachhaltigkeitsbeitrag jedes der mehr als 2.000 Produkte des Personal Care-Portfolios der BASF in seiner spezifischen Anwendung bewertet. Übergeordnete Nachhaltigkeitsaspekte wurden dabei ebenso einbezogen wie regionale Unterschiede. Jedes der analysierten Produkte kann so einer von vier Kategorien zugeordnet werden: Accelerator leisten einen besonderen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette, Performer erfüllen die Standard-Anforderungen des Marktes hinsichtlich Nachhaltigkeit voll und ganz. Für Transitioner wurden spezifische Nachhaltigkeits-herausforderungen erkannt und werden aktiv angegangen. Challenged erfüllen die maßgeblichen Nachhaltigkeitskriterien nicht ausreichend. Für diese Produkte hat BASF Aktionspläne entwickelt. Diese Handlungsempfehlungen werden bereits umgesetzt.

Europäischer Emissionshandel: Besonderheiten im Verhalten kleiner Unternehmen

Das europäische Emissionshandelssystem ist das zentrale Element der EU-Klimapolitik und umfasst knapp die Hälfte der europäischen Treibhausgasemissionen. Mehr als zehn Jahre nach seiner Einführung besteht ein großes Forschungsinteresse an seiner Funktionsfähigkeit und am Verhalten der betroffenen Unternehmen. Die Ergebnisse dreier am DIW Berlin erstellter ökonometrischer Studien auf Basis von Mikrodaten auf Unternehmens- beziehungsweise Anlagenebene deuten darauf hin, dass es insgesamt nur geringe Verzerrungen im Firmenverhalten gibt. Allerdings zeigen sich Besonderheiten im Verhalten kleiner Unternehmen, aus denen Ineffizienzen resultieren können. So nahmen kleine Unternehmen in der ersten Handelsperiode weniger aktiv am Zertifikatehandel teil als umsatzstärkere Firmen. Zudem hängen die Emissionen kleiner Kraftwerksanlagen in einem gewissen Maß von den Zuteilungsregeln ab. Auch die Kostensenkungspotenziale aus internationalen Emissionsgutschriften nutzen kleine Unternehmen teilweise nicht: So ließen 22 Prozent aller Unternehmen, ganz überwiegend kleine Emittenten, Kostensenkungspotenziale von durchschnittlich 31 000 Euro ungenutzt. Der Grund liegt vermutlich in Hemmnissen, die sich als fixe Transaktionskosten interpretieren lassen.

Importabhängig – Entwicklungsländer riskieren Nahrungskrisen

Weltweit sind rund 200 Millionen Menschen von Krisen durch Importeinbrüche bei Grundnahrungsmitteln bedroht. Länder in Nordafrika und Mittelamerika sind stark importabhängig, doch kann ein Großteil der Bevölkerung auch steigende Lebensmittelpreise noch bezahlen. Dagegen ist südlich der Sahara die Importabhängigkeit geringer, aber dafür sind die Armen stärker betroffen. Das zeigen jetzt Forscher des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin. Weizen, Reis und Mais sind die wichtigsten Grundnahrungsmittel weltweit, doch viele Entwicklungsländer produzieren nicht genug für den eigenen Bedarf und beim Import sind sie abhängig von wenigen Exportländern – mitunter nur einem einzigen. Die MCC-Wissenschaftler haben jetzt berechnet, was passiert falls wichtige Exporteure ihre Ausfuhr drosseln oder sogar stoppen, etwa nach einer Hitzewelle oder Dürre. Das Ergebnis: Besonders betroffen wären importabhängige Länder mit vielen Armen und vor allem einige westafrikanische Länder, die auf Reisimporte angewiesen sind. „Würde Thailand als größter Reislieferant weltweit seine Ausfuhr stoppen, bekämen das von Mauretanien bis Nigeria 136 Millionen Menschen zu spüren, die nach Definition der Weltbank als arm gelten“, sagt Christopher Bren d‘Amour, Leitautor der MCC-Studie. Bereits fünf Prozent weniger Reis auf dem Markt eines Entwicklungslands könnten den Preis dort bis zu 17 Prozent in die Höhe treiben. „Das ist dramatisch, wenn man weniger als zwei US-Dollar am Tag zum Leben hat“, so der Berliner Forscher.

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