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Rund 21.600 Flüchtlinge erhielten 2015 eine Arbeitserlaubnis

Rund 21.600 Flüchtlinge und Geduldete haben im vergangenen Jahr von der Bundesagentur für Arbeit grünes Licht für die Aufnahme einer Arbeit bekommen. Eine Beschäftigungserlaubnis erhielten unter anderem rund 2100 Menschen aus Syrien, knapp 2000 aus Eritrea, 4500 aus Afghanistan, 2600 aus Nigeria und rund 7000 aus Pakistan.

Berlin (afp) > Rund 21.600 Flüchtlinge und Geduldete haben im vergangenen Jahr von der Bundesagentur für Arbeit grünes Licht für die Aufnahme einer Arbeit bekommen. Eine Beschäftigungserlaubnis erhielten unter anderem rund 2100 Menschen aus Syrien, knapp 2000 aus Eritrea, 4500 aus Afghanistan, 2600 aus Nigeria und rund 7000 aus Pakistan, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, über die zunächst die „Passauer Neue Presse“ berichtet hatte. 2014 wurden demnach rund 8200 entsprechende Arbeitsgenehmigungen erteilt.

Die Bundesagentur für Arbeit muss erst im Rahmen einer Vorrangprüfung klären, ob es für eine offene Stelle einen passenden Bewerber aus Deutschland oder anderen EU-Staaten gibt. Erst wenn dies nicht der Fall ist, kann der Job an einen Flüchtling vergeben werden. Vor allem Arbeitgeber fordern derzeit, die Vorrangprüfung zu streichen, um Flüchtlinge schneller in Arbeit zu bringen.

Denn in der Arbeitslosenstatistik tauchen immer mehr Menschen aus Kriegs- und Krisenländern auf: Im Februar 2016 waren es 110.228 – nach 65.213 im Februar 2015, wie aus dem „Zuwanderungsmonitor“ des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) für den Monat Februar hervorgeht.

Um Unternehmen die Integration von Flüchtlingen zu erleichtern, gründete sich am Mittwoch ein Netzwerk aus mehr als 250 Unternehmen. Das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ will durch Informationen, praktische Beispiele und den Austausch von Erfahrungen offene Fragen klären.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und der Vorsitzende des Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, luden dafür Vertreter von Unternehmen, die sich bereits aktiv an der Integration von Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt beteiligen, zu einem Runden Tisch nach Berlin.

Nach Einschätzung des IAB werden sich die Flüchtlinge nur „schrittweise“ in den Arbeitsmarkt integrieren. Grund seien rechtliche und institutionelle Hürden, fehlende Sprachkenntnisse und der geringe Anteil von Flüchtlingen und Geduldeten mit abgeschlossener Berufsausbildung. Wie schnell dies geschehe, hänge nicht nur von der Länge der Asylverfahren und der Sprachförderung ab, sondern auch von der Arbeitsvermittlung und der Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft.