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Chef und Mitarbeiter der Ethikbank streiken am 16. März

Eine Bank tritt in den Streik: Der Chef der Ethikbank, Klaus Euler, und seine Mitarbeiter wollen so am 16. März gegen die „überbordende Kontrollbürokratie“ der EU und die „repressive Niedrigzinspolitik“ der Europäischen Zentralbank (EZB) protestieren.

Eisenberg (afp) > Eine Bank tritt in den Streik: Der Chef der Ethikbank, Klaus Euler, und seine Mitarbeiter wollen so am 16. März gegen die „überbordende Kontrollbürokratie“ der EU und die „repressive Niedrigzinspolitik“ der Europäischen Zentralbank (EZB) protestieren, wie das Geldinstitut am Donnerstag ankündigte. Kleine Banken würden dadurch gezwungen, Filialen zu schließen und ins Spekulationsgeschäft einzusteigen.

Am Mittwoch kommender Woche werde bei der Ethikbank niemand erreichbar sein, weder persönlich noch per Telefon oder E-Mail, teilte das Geldinstitut mit. Aufgerufen zu der Protestaktion habe der Vorstand. Die Idee sei aber aus den Reihen der Mitarbeiter gekommen, erklärte Bank-Chef Euler. Sie seien „täglich mit diesem Wahnsinn konfrontiert“. Die Kontrollmechanismen der EU ließen sich von Volksbanken und Sparkassen kaum noch schultern und schränkten den Handlungsspielraum erheblich ein. Sie seien „maßlos übertrieben“, erklärte Euler, da nicht zwischen regional agierenden Instituten und den großen Bankkonzernen unterschieden werde. Die Niedrigzinspolitik der EZB nehme den mittelständischen Banken die Haupteinnahmequelle – das Zinsergebnis.

Leidtragende seien auch die Sparer, die keine Zinsen mehr bekommen, und mittelständische Unternehmen, deren Bankbeziehung von persönlichem Vertrauen geprägt sei, erklärte Euler. Einige Kunden der Ethikbank hätten angekündigt, sich dem Streik anzuschließen. Die Ethikbank ist eine von wenigen kleinen Banken in Deutschland, die Kredite streng nach ökologischen und ethischen Kriterien vergeben. Daneben gibt es beispielsweise noch die Triodos Bank und die GLS Bank.