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CSRbriefly für die 10. Kw.

Weitere Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung in dieser Woche:

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Erstes Standardwerk für Deutschlands Tourismusdestinationen: So geht Nachhaltigkeit

Wie können Tourismusdestinationen den komplexen Nachhaltigkeitsgedanken in die Praxis umsetzen? Eine Orientierungshilfe bietet der Praxisleitfaden „Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus“ mit bundesweit anwendbaren Handlungsempfehlungen, den der Deutsche Tourismusverband e. V. (DTV) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie der BTE Tourismus- und Regionalberatung auf der ITB in Berlin vorgestellt hat. Erstmals gibt es damit ein kostenfreies Standardwerk, das erklärt, was Tourismusverantwortliche in verschiedenen Aktionsebenen zur nachhaltigen Ausrichtung ihrer Regionen tun können – anhand eines praxistauglichen Kriterien-Sets, das nicht an bestimmte Zertifikate oder Labels gekoppelt ist. Dafür wurde 1.364 Kriterien internationaler und europäischer Nachhaltigkeitsstandards im Tourismus abgeglichen und bewertet. Das Ergebnis sind 40 Kriterien verteilt auf acht Handlungsfelder, die ökologische, ökonomische, soziale sowie managementbezogene Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.

Regierung plant regionale Grünstromkennzeichnung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat Eckpunkte für eine regionale Grünstromkennzeichnung vorgelegt. Ziel ist es, die Akzeptanz der Energiewende vor Ort zu erhöhen. Staatssekretär Rainer Baake: „Stromversorger, die die regionale Kennzeichnung nutzen wollen, dürfen ihren Kunden die konkreten Anlagen in ihrer Region benennen, aus denen sie direkt vermarkteten Grünstrom beziehen. So können Stromkunden einen direkteren Bezug zu den Anlagen und damit zum Ausbau erneuerbarer Energien in ihrer Region herstellen“. Die Möglichkeit zur regionalen Grünstromkennzeichnung soll Bestandteil der EEG-Novelle 2016 sein. Das Eckpunktepapier zur regionalen Grünstromkennzeichnung ist hier abrufbar.

NRW platziert zweite Nachhaltigkeitsanleihe

Nordrhein-Westfalen hat in dieser Woche seine zweite Nachhaltigkeitsanleihe emittiert. Für den „Sustainability Bond #2 NRW“ wurden rund 1,5 Milliarden Euro eingesammelt. Dabei war das Interesse der Investoren deutlich höher, Anfragen für mehr als 3 Milliarden Euro hätten vorgelegen. Finanzminister Norbert Walter-Borjans: „Mit der zweiten Nachhaltigkeitsanleihe setzen wir den 2015 eingeschlagenen Weg fort. Das Geld der Anleger fließt in Projekte aus Bildung und Wissenschaft, Inklusion und Integration, Klimaschutz und Energiewende.“ Konkret fließt das Geld in 48 Projekte des Landeshaushalts 2015.

Vielfalt und Inklusion: Unilever zieht positive Bilanz

Unilever kann zu Beginn des Jahres 2016 große Fortschritte in Bezug auf Vielfalt und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis vorweisen. Wie das Unternehmen mitteilte, verdankt es nicht nur über 70 Prozent seines Umsatzes weiblichen Konsumenten. Mehr als die Hälfte des Aufsichtsrates von Unilever und drei Vorstandspositionen sind inzwischen von Frauen besetzt. Im Management sind weltweit über 44 Prozent aller Jobs von weiblichen Führungskräften belegt. Das ist ein Anstieg um 38 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Bio goes digital: Auch überzeugte Öko-Kunden sind bereit für Bio-Online-Shops

Vor allem Bio-Stammkunden mit Kindern können sich zunehmend vorstellen, den Bio-Einkauf im Online-Shop zusammenzuklicken. Das zeigt eine repräsentative Studie der Universität Hohenheim am Beispiel Berlins. Im realen Leben kaufen überzeugte Biokäufer vor allem im Bio-Supermarkt, Gelegenheitskäufer vor allem im normalen Supermarkt und Discounter. Weiteres Ergebnis: Als „regional“ gelten nicht nur Produkte aus der unmittelbaren Umgebung. Übertragen auf bundesdeutsche Verhältnisse gelten v.a. Produkte aus dem eigenen oder benachbarten Bundesland bei einer Mehrheit der Befragten als regional. Weitere Entfernungen werden maximal von einem Drittel der Befragten akzeptiert. Die befragten Berliner waren sich jedoch weitgehend einig: Ein Apfel aus dem Berliner Umland in Brandenburg gelte auf jeden Fall als regional. Drei Viertel bis zwei Drittel akzeptieren auch die Herkunft aus angrenzenden Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder Sachsen. Ein Apfel aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg oder Hessen hätte es bei zwei Drittel der Befragten dagegen schwer, diese Bezeichnung noch zu verdienen. Die Ergebnisse zum Download.

„World’s Most Ethical Companies“ 2016

Bereits zum neunten Mal in Folge wurde Henkel als eine der „World’s Most Ethical Companies“ anerkannt, als einziges Unternehmen aus Deutschland. Das unabhängige Ethisphere Institute zeichnet jährlich Unternehmen aus, die durch ihre Kultur der guten Unternehmensführung und Transparenz einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft haben. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an 131 Unternehmen aus 21 Ländern.

Klimawandel: Anbaupotenzial in Afrika sinkt dramatisch

Der Klimawandel hat insbesondere im Afrika südlich der Sahara dramatische Folgen. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Bonn hat berechnet, dass dort bis zum Ende des Jahrhunderts das Anbaupotenzial von drei wichtigen Grundnahrungsmitteln stark sinkt: bis zu 30 Prozent der Anbaugebiete von Mais und Bananen sowie bis zu 60 Prozent der Bohnenanbaugebiete sind davon betroffen. Um weiterhin lebenswichtige Grundnahrungsmittel produzieren zu können, muss sich die Landwirtschaft auf grundlegende Veränderungen vorbereiten. Für diese Anpassungsstrategien berechneten die Forscher erstmals Zeitfenster. Besonders klimasensible Länder wie Gambia, Senegal und Niger sollten sofort auf an Dürre und Hitze angepasster Kulturen umsteigen. Maisanbaugebiete unter anderem in Namibia, Botswana und Tansania haben dafür maximal zehn Jahre Zeit. Bis Mitte des Jahrhunderts sollten etwa für Bohnenfelder in Angola, Südafrika und Uganda Alternativen gefunden werden.

ZNU entwickelt fünf Thesen zur besseren Implementierung von Nachhaltigkeit in der Lebensmittelbranche

Zahlreiche Führungskräfte der Ernährungsbranche diskutierten bei der VIII. Zukunftskonferenz Food des ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung an der Universität Witten/Herdecke darüber, wie Handel- und Hersteller das Thema Nachhaltigkeit erfolgsversprechend umsetzen können und wie beispielsweise der Verbraucher dafür zu begeistern ist. „Auf Basis unserer verschiedenen Forschungs- und Studienergebnisse lässt sich eindeutig ableiten, dass das Thema Nachhaltigkeit nur gemeinschaftlich wirklich erfolgreich umzusetzen ist. Diese partizipative Herangehensweise gilt sowohl innerbetrieblich als auch entlang der Wertschöpfungskette, insbesondere auch an der Schnittstelle zwischen Hersteller und Handel“, so die beiden Gründer und Leiter des ZNU, Axel Kölle und Christian Geßner. Durch die Öffnung des ZNU Standards Nachhaltiger Wirtschaften bieten sich dem Handel neue Chancen, auch für das Gros seiner Produkte mehr Nachhaltigkeit zu fördern und sich entsprechend gegenüber dem Verbraucher glaubwürdig zu positionieren.

Führungskräfte zufrieden mit Streitkultur im Unternehmen

Führungskräfte schätzen die Streitkultur in ihren Unternehmen grundsätzlich positiv ein. Das ist ein Ergebnis des ersten „Streitkulturindex für Unternehmen und Organisationen in Deutschland“ der Forschungsstelle für Wirtschaftsmediation der TH Köln in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsmediation und Kommunikationsmanagement (IWM) und der Frankfurter Wirtschaftskanzlei aclanz Rechtsanwälte. Für die Studie wurden Führungskräfte aus 300 Unternehmen unterschiedlicher Größe sowie aus Organisationen befragt. Handlungsbedarf besteht unter anderem in der Qualifizierung der Führungskräfte sowie der Entwicklung der Unternehmenskultur. Die Befragung zeigt, dass Konflikte in den Unternehmen zu über 70 Prozent durch die Führungskräfte und zu 60 Prozent von den unmittelbar Betroffenen gelöst werden. Der Hinzuziehung interner Fachleute der Personal- und Rechtsabteilung sowie von Betriebsräten bedarf es jeweils nur in knapp 25 Prozent der Konfliktfälle. Externe Fachleute, wie Rechtsanwälte, Mediatoren oder Coaches, werden in nur 16 Prozent der Konflikte hinzugezogen.

GÜNZBURGER STEIGTECHNIK mit CSR-Preis geehrt

Für sein besonderes Engagement im Rahmen der Corporate Social Responsibility wurde das Unternehmen GÜNZBURGER STEIGTECHNIK mit dem Eisen-CSR-Award ausgezeichnet. Die Koelnmesse verleiht den Award in Kooperation mit dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten bereits zum dritten Mal. In der Begründung der Jury wurde die umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die fest im Top-Management verankert ist und vorgelebt wird, besonders gewürdigt.

22 Prozent Frauenanteil in Aufsichtsräten

Frauen sind mit einem Anteil von 22 Prozent in den Aufsichtsräten börsennotierter deutscher Unternehmen weiter deutlich in der Minderheit. Immerhin hat sich dieser Anteil im Laufe eines Jahrzehnts aber gut verdoppelt, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung. Neben regulatorischen und gesetzgeberischen Maßnahmen, die auf eine stärkere Beteiligung von Frauen an der Unternehmensspitze zielen, wirkt auch die Arbeitnehmermitbestimmung als Schrittmacher: In mitbestimmten Aufsichtsräten ist der Frauenanteil rund zehn Prozentpunkte höher als in Gremien, in denen nur Vertreter der Anteilseigner sitzen.

Netzwerk für nachhaltige Veranstaltungen gegründet

Nachhaltigkeit beginnt bereits bei der Konzeption der Veranstaltung. Auch bei der Vorbereitung und Durchführung von Events gibt es viel Potenzial nachhaltiger zu werden und dabei sogar die Qualität zu steigern. Die Mitglieder des neuen Netzwerks „events für morgen“ haben für alle diese Bereiche Konzepte, kreative Umsetzungsideen und spezielle Tools entwickelt, die eine praxisnahe und nachhaltige Planung von Veranstaltungen möglich machen. Neben Tipps für die Auswahl der Location und der gastronomischen Versorgung, haben sie eine Vielzahl von Möglichkeiten ausgearbeitet, die den Mobilitätsfaktor in Richtung Nachhaltigkeit optimieren. Auch das Thema Ressourcen spielt eine große Rolle im Veranstaltungsmanagement und schlägt sich direkt auf das Budget nieder. Das Netzwerk setzt sich aus Unternehmen zusammen, die bereits seit Jahren in der Veranstaltungsbranche Nachhaltigkeit leben und erlebbar machen. Zu den vier Mitgliedern zählen greenstorming, labconcepts, Quartier Stuttgart und mygreenmeeting.de.

Deutsche Flughäfen fordern mehr Elektromobilität

Die deutschen Verkehrsflughäfen wollen in Zukunft immer stärker auf E-Mobilität setzen. Aktuell seien bereits über 700 E-Fahrzeuge im Einsatz, es können bis zu 10.000 werden. Dazu forderte der ADV die Bundesregierung auf, den Rahmen festzulegen und damit Planungssicherheit zu schaffen. Die deutschen Flughäfen ständen bereit und wollen in Fahrzeuge und die notwendige Infrastruktur investieren. Für eine leistungsfähige Implementierung ist eine effiziente, wirtschaftliche Verfügbarkeit einer Ladeinfrastruktur an den Flughäfen von grundlegender Bedeutung. Die ADV unterstützt den Vorstoß von Bundesverkehrsminister Dobrindt, dass er 15.000 zusätzliche Elektro-Ladesäulen aufstellen lassen möchte. „Zusätzlich brauchen wir nachhaltige Marktanreize. Dafür kommen steuerliche Impulse, wie eine Sonderabschreibung für elektrische Firmenfahrzeuge genauso in Betracht, wie direkte Kaufanreize oder eine Kombination von beiden. Unser Ziel ist der flächendeckende Einsatz von Fahrzeugen mit E-Antrieb. Dafür brauchen die Flughäfen Anreize und Unterstützung.“, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Mangelnder Schutz von Landrechten führt weltweit zu Konflikten

Nur ein Fünftel des Landes, das ländliche und indigene Gemeinden in Entwicklungsländern bewirtschaften, ist rechtlich vor Landraub durch Regierungen und Unternehmen geschützt. Infolge gewaltsamer Landkonflikte wurden seit 2002 fast Tausend Menschen getötet. Dies geht aus dem Bericht „Common Ground“ hervor, den ein Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen veröffentlicht hat. Dem Bericht zufolge nutzen weltweit rund 2,5 Milliarden Menschen fünfzig Prozent der Landfläche nach dem Gewohnheitsrecht. Aber nur ein Fünftel dieser Landrechte ist formell abgesichert. Der fehlende Schutz dieser Landrechte hätte gravierende Folgen, so die Autoren: Konflikte über Landrechte standen seit 1990 vielfach im Mittelpunkt von Bürgerkriegen. In Darfur beispielsweise hat die Zerrüttung der traditionellen Landbesitzverhältnisse Konflikte zwischen Hirten und Bauern ausgelöst. Weltweit spitzen sich Landkonflikte immer mehr zu, besonders in Brasilien, Honduras, Peru und auf den Philippinen. Seit 2002 steigt die Zahl der Menschen, die im Kampf für Landrechte getötet werden.

63 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule

Neuen Zahlen des UNESCO-Statistikinstituts zufolge können 63 Millionen Mädchen in mehr als 200 Ländern nicht zur Schule gehen. Fast 16 Millionen Mädchen zwischen elf und 16 Jahren werden niemals die Chance haben, Lesen oder Schreiben zu lernen, wenn sich der Trend fortsetzt. Das sind etwa doppelt so viele betroffene Mädchen wie Jungen (acht Millionen).

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