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Deutscher Nachhaltigkeitskodex hilfreich beim Einstieg in die Berichterstattung

Ob Berichtspflicht oder auch nicht, immer mehr, vor allem auch kleinere Unternehmen setzen sich mit dem Thema Nachhaltigkeitsreporting auseinander. Einen niedrigschwelligen Eintritt in die Welt der nichtfinanziellen Berichterstattung bietet der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK). Eine aktuelle Umfrage unter Anwendern beleuchtet deren Erfahrungen.

Berlin (csr-news) > Ob Berichtspflicht oder auch nicht, immer mehr, vor allem auch kleinere Unternehmen setzen sich mit dem Thema Nachhaltigkeitsreporting auseinander. Einen niedrigschwelligen Eintritt in die Welt der nichtfinanziellen Berichterstattung bietet der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK). Eine aktuelle Umfrage unter Anwendern beleuchtet deren Erfahrungen.

Im vergangenen Jahr hat sich die Anzahl der Unternehmen, die den DNK nutzen, von 66 auf 111 fast verdoppelt und auch für 2016 rechnet der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) mit einer weiteren Zunahme. Dabei nimmt vor allem die Zahl der kleinen und mittelständischen Betriebe deutlich zu. Im vergangenen Jahr machten sie rund die Hälfte der Neuzugänge aus. In der Regel haben diese zuvor keine vergleichbaren Berichte veröffentlicht. Momentan wird der DNK von 13 verschiedenen Branchen genutzt, wobei die Finanzbranche mit am stärksten vertreten ist.

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Quelle: DNK-Anwenderbefragung 2016

Niedrigschwelliger Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung

In einer aktuellen Umfrage des RNE unter den Anwendern des Kodex, wurde dieser von der überwiegenden Mehrheit, als hilfreiches Instrument für den Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung bewertet. Insgesamt 71 Anwender nahmen an der Umfrage teil, davon waren 50 Großunternehmen und 21 kleinere und mittlere Betriebe. Erstberichtende nannten als wichtigsten Grund für die Anwendung, dass der DNK einen niedrigschwelligen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung ermöglicht. So gut wie alle, nämlich 19 von 20 erstberichtende Unternehmen, sehen im DNK ein hilfreiches Instrument für ihre Arbeit, das in zahlreichen Fällen auch beim Aufbau des Nachhaltigkeitsmanagements Unterstützung bot. Entsprechend oft kommunizieren die Unternehmen auch die Resultate. Grundsätzlich sind die Entsprechenserklärungen zwar auf der DNK-Website öffentlich zugänglich, darüber hinaus nutzen 96 Prozent der Anwender den DNK aber auch für die Unternehmenskommunikation, hauptsächlich über die eigene Website. Der Abruf der Erklärungen auf der Website des DNK ist im vergangenen Jahr springhaft angestiegen. Allein die Unternehmensprofile wurden bis Juli 2015 über 25.000 Mal aufgerufen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2014 waren es noch 16.473 Zugriffe.

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Quelle: DNK-Anwenderbefragung 2016

Besonders gut bewertet wurde der DNK in Bezug auf seine Struktur: 84 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen die Gliederung in 20 Kriterien und vier Bereiche als geeignet. Besonders Erstberichtende, für die die Komplexität der Berichterstattung erfahrungsgemäß häufig eine Hürde ist, bewerteten die Struktur des DNK positiv. Gute Noten erhielt der Nachhaltigkeitskodex auch für Inhalt und Umfang. Überzeugen konnte er zudem hinsichtlich Handhabung und Zeitaufwand.

Kunden sind die Hauptadressaten

Unternehmen, die den DNK anwenden, sehen positive Auswirkungen: Das interne Verständnis von Nachhaltigkeitsmanagement und -leistungen wird verbessert (35 von 71) und das Nachhaltigkeitsmanagement wird für Mitarbeiter transparenter (30 Nennungen). Von den Erstberichtenden konnten sogar 70 Prozent eine Verbesserung des Verständnisses von Nachhaltigkeitsmanagement in ihrem Unternehmen beobachten. Die einfachere Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen und die Förderung nachhaltigen Wirtschaftens sind weitere häufig genannte positive Folgen der Anwendung. Speziell für KMU war der Lernprozess während der Erstellung einer Entsprechenserklärung eine besonders zentrale Erfahrung. Hauptadressaten der Bemühungen sind vor allem die Kunden, aber auch die eigenen Mitarbeiter nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein. Weitere häufig genannte Adressaten waren die breite Öffentlichkeit und die Politik. Deutlich seltener wurden Medien und NGOs genannt an Banken richten sich nur 10 der befragten Unternehmen. Allerdings können nur rund ein Drittel der Betriebe von einer Resonanz auf ihre Entsprechenserklärung berichten.

Interessante Einblicke gewährt die Frage nach den Budgets für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, die naturgemäß nicht von allen Unternehmen beantwortet wurde. Den kleineren und mittleren Betrieben stehen demnach maximal 20.000 Euro zur Verfügung, wobei die Budgets vermutlich in vielen Fällen noch geringer ausfallen. Bei den großen Unternehmen zeigt sich eine riesige Spannweite, die bei etwa 5.000 Euro beginnt und bis zu 500.000 Euro reicht. So wurden die Kosten für die Erstellung der Entsprechenserklärung auch überwiegend als angemessen bezeichnet, wobei die Kosten dafür primär intern verursacht werden, die Teilnahme am DNK ist kostenlos.

Für den Rat für Nachhaltige Entwicklung zeigen die Umfrageergebnisse, dass er mit seiner Arbeit auf dem richtigen Weg ist und die gesteckten Ziele tatsächlich erreicht werden. So würden die Zahlen die Eignung des DNK als einfachen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung bestätigen, aber auch die Relevanz für erfahrene Berichterstatter.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage oder eine Zusammenfassung zum Download.