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EU-Kommission will Fördergelder in Flüchtlingsintegration fließen lassen

Die Europäische Kommission will mit Fördergeldern für die Wirtschaft verstärkt die Integration von Flüchtlingen finanzieren. Allein Deutschland bekomme bis 2020 insgesamt 29 Milliarden Euro Fördermittel aus den Struktur- und Regionalfonds.

Berlin (afp) > Die Europäische Kommission will mit Fördergeldern für die Wirtschaft verstärkt die Integration von Flüchtlingen finanzieren. Allein Deutschland bekomme bis 2020 insgesamt 29 Milliarden Euro Fördermittel aus den Struktur- und Regionalfonds, sagte EU-Regionalkommissarin Corina Cretu der „Welt“ vom Dienstag. „Die Bundesländer können diese Fördermittel für Projekte zur Integration von Flüchtlingen umwidmen. Wir stehen dafür bereit.“

Die Kommissarin warnte davor, die Integration der Flüchtlinge zu vernachlässigen. „Die Flüchtlinge werden auf lange Sicht hier bleiben“, sagte Cretu. „Werden sie jetzt nicht integriert, dann bilden sich Parallelgesellschaften.“ Dies wäre ihrer Ansicht nach „die größte Gefahr für die Europäische Union“.

Cretu verweist auf die Zustände in Belgien, insbesondere auf den Brüsseler Stadtteil Molenbeek, in dem mehrere der Attentäter von Paris abgetaucht waren. „Die Terroristen waren hier geboren, fühlten sich aber nicht als Teil der Gesellschaft“, sagte die Kommissarin. „Wir müssen rechtzeitig in diese Menschen investieren, wollen wir sie nicht entfremden.“

Die Kommissarin hatte bereits im vergangenen Jahr den 28 EU-Mitgliedstaaten das Angebot gemacht, Regional- und Strukturmittel zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zu nutzen. Nachdem zunächst nur Italien zugegriffen hatte, gingen nun immer mehr Anträge ein. „Für die laufende Programmperiode bis 2020 hat nun auch Griechenland Geld für die Bewältigung der Flüchtlingskrise vorgesehen und andere Länder haben jetzt auch Interesse gemeldet“, sagte Cretu.