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Dextro Energy darf nicht mit gesundheitsbezogenen Aussagen für Traubenzucker werben

Dextro Energy darf für seine Traubenzuckerwürfel nicht mit positiven Aussagen über Glukose werben. Denn auch wenn diese Aussagen richtig sind, wäre es irreführend, zum Verzehr von Zucker aufzurufen, wie am Mittwoch das erstinstanzliche Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg entschied.

Luxemburg (csr-news/afp) > Dextro Energy darf für seine Traubenzuckerwürfel nicht mit positiven Aussagen über Glukose werben. Denn auch wenn diese Aussagen richtig sind, wäre es irreführend, zum Verzehr von Zucker aufzurufen, wie am Mittwoch das erstinstanzliche Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg entschied.

Nach EU-Recht müssen gesundheitsbezogene Werbeaussagen für Lebensmittel zugelassen sein. Dextro Energy mit Sitz im rheinländischen Meerbusch hatte 2011 die Zulassung mehrerer Aussagen beantragt, unter anderen: „Glucose trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“ oder „Glucose unterstützt die körperliche Betätigung“. Das Unternehmen stellt in unterschiedlichen Formaten für den deutschen und den europäischen Markt fast vollständig aus Glucose bestehende Produkte her. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa bestätigte zwar, dass diese Aussagen richtig sei und ein Kausalzusammenhang zwischen der Aufnahme von Glucose und dem Beitrag zu einem normalen Energiegewinnungsstoffwechsel nachweisbar ist. Dennoch verweigerte die EU-Kommission die Zulassung der Werbung. Sie sende „ein verwirrendes Signal an die Verbraucher“. Denn die Werbung rufe zum Verzehr von Zucker auf, obwohl weltweit eine Verringerung des Zuckerkonsums empfohlen werde.

Dieser Argumentation folgte nun das EuG. Die Efsa überprüfe lediglich, ob die Aussagen wissenschaftlich abgesichert sind. Die Kommission sei an eine positive Efsa-Entscheidung aber nicht gebunden. Sie dürfe vielmehr auch andere Ernährungsgrundsätze berücksichtigen. Da der Durchschnittsverbraucher nach den allgemein anerkannten Ernährungs- und Gesundheitsgrundsätzen seinen Zuckerverzehr verringern soll, sei die Feststellung der Kommission nicht fehlerhaft, dass die in Rede stehenden gesundheitsbezogenen Angaben, die nur die positiven Effekte für den Energiegewinnungsstoffwechsel herausstellen, ohne die mit dem Verzehr von mehr Zucker verbundenen Gefahren zu erwähnen, mehrdeutig und irreführend seien und daher nicht zugelassen werden könnten, urteilten die Luxemburger Richter und wiesen die Klage des Unternehmens ab.

Eine Stellungnahme von Dextro Energy war nicht zu erhalten. Das Unternehmen kann gegen dieses Urteil Berufung beim Europäischen Gerichtshof einlegen.