Nachrichten

Greenpeace: Kohlekraftwerke verbrauchen Wasser für eine Milliarde Menschen

Die tausenden Kohlekraftwerke in aller Welt verbrauchen laut Berechnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace Trinkwasser für eine Milliarde Menschen. In einigen Regionen verstärkten bestehende und geplante Kohlekraftwerke den Wassermangel, hieß es in einer von Greenpeace veröffentlichten Analyse.

Hamburg (afp) > Die tausenden Kohlekraftwerke in aller Welt verbrauchen laut Berechnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace Trinkwasser für eine Milliarde Menschen. In einigen Regionen verstärkten bestehende und geplante Kohlekraftwerke den Wassermangel, hieß es in einer am Dienstag von Greenpeace veröffentlichten Analyse. Die Organisation forderte ein Ende der Kohleverstromung. Der Neubau von Kraftwerken lasse sich nicht verantworten.

Greenpeace hatte nach eigenen Angaben alle in Betrieb befindlichen Kohlekraftwerke weltweit unter die Lupe genommen – insgesamt 8359. Die Organisation analysierte den Wasserverbrauch und setzte diesen ins Verhältnis zu den jeweiligen Wasservorkommen vor Ort. Demnach ist Kohlestrom allein für rund sieben Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich. Neben dem Kühlwasser für die Kraftwerke würden enorme Wassermengen in den Kohleminen sowie zum Waschen der Kohle verbraucht. Außerdem würden Asche-Deponien besprüht, um zu verhindern, dass sich gesundheitsschädlicher Kohlestaub ausbreite. Der Gesamtverbrauch der Branche würde laut Greenpeace ausreichen, um eine Milliarden Menschen mit Wasser zu versorgen.

Die Organisation bezog in ihre Analyse auch 2600 Kohlekraftwerke ein, die derzeit geplant werden. Ein Viertel der anvisierten Kraftwerke liege in Gegenden, in denen bereits Wasserknappheit herrsche. Vor allem China, Indien und die Türkei hätten neue Anlagen in trockenen Regionen geplant. „Kohlekraftwerke befeuern nicht nur den Klimawandel, sie rauben uns auch die wertvollste Ressource – das Wasser“, erklärte Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. „In Zeiten günstiger und sauberer erneuerbarer Energien lassen sich weitere Kohlekraftwerke nicht mehr verantworten.“

Die Umweltschutzorganisation forderte einen Ausstieg aus der Kohleverstromung. „Deutschland kann der Welt mit dem Kohleausstieg zeigen, dass ein Industrieland auch ohne einen Energieträger auskommt, der das Klima zerstört und Wasser verschwendet“, erklärte Smid.