Nachrichten

Verbund fordert Gesamtkonzept für Ausbildung junger Flüchtlinge

Um die Integration junger geflüchteter Menschen in Deutschland zu unterstützen, fordert der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit ein bundesweites Gesamtkonzept für deren Bildung und Ausbildung.

Berlin (afp) > Um die Integration junger geflüchteter Menschen in Deutschland zu unterstützen, fordert der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit ein bundesweites Gesamtkonzept für deren Bildung und Ausbildung. Unabhängig davon, wie lange junge Flüchtlinge im Land blieben, hätten sie „selbstverständlich Anspruch“ auf Leistungen der Jugendhilfe und -sozialarbeit, erklärte der stellvertretende Sprecher des Kooperationsverbundes, Klaus Wagner, am Donnerstag in Berlin.

Konkret forderte der Verbund, dem unter anderem das Deutsche Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Gesamtverband und kirchliche Jugendarbeitsträger angehören, die Wartezeiten für junge Geflüchtete bis zu einem Anspruch auf Beratungs- und Orientierungsangebote zu verkürzen. Zudem müsse es für junge Flüchtlinge während der Ausbildungsphase einen Schutz vor Abschiebung geben. Außerdem werde mehr Geld für Sprachförderung und die Gestaltung individueller Angebote für jugendliche Flüchtlinge benötigt, erklärte der Vizesprecher des Verbundes.

Auch wenn deren Zukunftschancen in Deutschland oft ungewiss seien, ist laut Wagner klar: „Diese jungen Menschen verbringen entscheidende Jahre ihres Lebens hier, sie gehören zu uns“. Viele würden dauerhaft in Deutschland bleiben und hätten laut UN-Kinderrechtskonvention einen Anspruch darauf, altersgerechte Unterstützung zu bekommen, erklärte er weiter. Würden sie durch die derzeit 15-monatige Wartezeit zum „Nichtstun verurteilt“, könne die „oft sehr hohe Motivation der jungen Erwachsenen auf der Strecke“ bleiben, mahnte er.

Der Kooperationsverbund kritisierte zudem, junge Geflüchtete, die lediglich eine Aufenthaltsgestattung in Deutschland hätten, seien von Reformen im Bereich Jugendsozialarbeit ausgenommen. Grundsätzlich gelte es aber, jedem jungen Menschen in Deutschland einen Schulabschluss zu ermöglichen.