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Ernährungsminister Schmidt fordert Ende des Haltbarkeitsdatums auf Lebensmitteln

Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) fordert eine baldige Abschaffung des Haltbarkeitsdatums auf allen Lebensmittelverpackungen. „Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben“, sagte Schmidt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). „Auf die Verpackungen von Milch oder Schinken soll ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar wären.“

Berlin (afp) > Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) fordert eine baldige Abschaffung des Haltbarkeitsdatums auf allen Lebensmittelverpackungen. „Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben“, sagte Schmidt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). „Auf die Verpackungen von Milch oder Schinken soll ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar wären.“

Bei Produkten wie Salz oder Zucker, die dauerhaft genießbar sind, müsse heute schon kein Haltbarkeitsdatum mehr auf der Verpackung stehen, sondern nur noch das Herstellungsdatum. Um der Verschwendung von Nahrungsmitteln zu begegnen, soll Schmidt zufolge auf verderblichen Produkten das Mindesthaltbarkeitsdatum zu einer qualifizierten Verbraucherinformation weiterentwickelt werden. Denn die meisten Produkte seien erheblich länger verwendbar als auf den Verpackungen stehe. Der CSU-Politiker geht davon aus, dass in wenigen Monaten der Entwurf einer entsprechenden EU-Richtlinie vorliegt.

In Zukunft „intelligente Verpackungen“

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist in Deutschland seit mehr als 30 Jahren gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt an, bis zu welchem Datum mindestens das ungeöffnete und richtig gelagerte Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert behält. Es ist also kein Verfallsdatum, sondern lediglich die Garantie des Herstellers für bestimmte Qualitätseigenschaften. Schmidt schwebt zudem vor, dass es in Zukunft „intelligente Verpackungen“ geben soll. „In Verpackungen wie Joghurtbechern kann man elektronische Chips einbauen“, sagte der Minister. „Sie ermitteln, wie sich das Produkt von Tag zu Tag verändert. Eine Farbskala von Grün bis Rot zeigt an, wie es um die Verzehrbarkeit steht.“ Jeder Verbraucher könne dann selbst entscheiden, bis zu welchem Grad er das Nahrungsmittel noch verwenden will. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert Schmidt zufolge mit zehn Millionen Euro ein Forschungsprojekt, in dem es auch um intelligente Verpackung geht. Ergebnisse sollen in etwa drei Jahren vorliegen.

Die Grünen haben den erneuten Vorstoß von Schmidt kritisiert. Der Vorschlag sei „Augenwischerei“ und gehe am Kern des Problems vorbei, sagte die Sprecherin für Verbraucherschutz der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Der größte Teil des Lebensmittelabfalls sind Maisch zufolge Produkte wie Brot, Obst und Gemüse, die kein Mindesthaltbarkeitsdatum haben.

Bereits 2014 hatte Schmidt die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums für einige Produkte ins Gespräch gebracht. Maisch forderte nun stattdessen, schädliche Subventionen abzuschaffen, die „auf Überproduktion und Masse statt Klasse setzen“. Die regionale Lebensmittelproduktion und -vermarktung müsse stärker gefördert werden, weil kürzere Transportwege und Lagerzeiten auch für weniger Abfall sorgten.

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