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Greenpeace hält nicht viel von Händler-Initiative zu Plastiktüten

Ab Freitag wollen viele Händler in Deutschland keine kostenlosen Plastiktüten mehr ausgeben – diese Initiative geht Umweltschützern aber nicht weit genug. Greenpeace forderte die Bundesregierung auf, ein Gesetz gegen Einwegplastikbeutel zu verabschieden.

Hamburg (afp) > Ab Freitag wollen viele Händler in Deutschland keine kostenlosen Plastiktüten mehr ausgeben – diese Initiative geht Umweltschützern aber nicht weit genug. Greenpeace forderte die Bundesregierung am Mittwoch auf, ein Gesetz gegen Einwegplastikbeutel zu verabschieden. Die ab 1. April geltende freiwillige Selbstverpflichtung der Mitglieder des Handelsverbands Deutschland (HDE) könne der zunehmenden Vermüllung durch Plastik nichts Wirksames entgegensetzen.

„Die Bundesregierung darf sich vom Vorstoß des Einzelhandels nicht blauäugig in den April schicken lassen“, mahnte die Greenpeace-Vertreterin Sandra Schöttner. Die Initiative führe „lediglich zu einer Teilreduktion der jährlich insgesamt sechs Milliarden in Deutschland ausgegebenen Plastiktüten“. Zudem ignoriere die Selbstverpflichtung dünnwandige Obst- und Gemüsebeutel völlig. Schöttner verwies auf das Beispiel von Ländern wie Italien oder Senegal, in denen Plastiktüten komplett verboten sind.

Der HDE erwartet, dass durch die Selbstverpflichtung künftig für 60 Prozent aller Plastiktüten Kosten für den Kunden anfallen. Die Höhe der Gebühr können die Händler selbst festlegen. Hintergrund der freiwilligen Vereinbarung ist eine EU-Richtlinie, wonach der Verbrauch der Kunststofftüten in den Mitgliedsstaaten bis 2019 auf 90 Tüten und bis 2025 auf 40 Tüten pro Einwohner und Jahr reduziert werden soll. In Deutschland mussten Plastiktüten bislang nur an der Supermarktkasse bezahlt werden.

 

 

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