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BDI lehnt Ausweitung des Tabakwerbeverbots ab

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) lehnt das von der Bundesregierung anvisierte weitergehende Tabakwerbeverbot ab. „Ein Werbestopp für Tabak ist ein Einfallstor für andere Verbote“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber.

Berlin (afp) > Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) lehnt das von der Bundesregierung anvisierte weitergehende Tabakwerbeverbot ab. „Ein Werbestopp für Tabak ist ein Einfallstor für andere Verbote“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber der „Bild“-Zeitung vom Dienstag. Der Verband sei gegen „staatliche Bevormundung“. Die Regierung müsse auch Genuss zulassen, ohne dass „immer gleich nach dem Sinn oder dem Risiko“ gefragt werde.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) hatte am Wochenende erklärt, dass er Werbung für Zigaretten auf Plakaten und im Kino verbannen will. Der dazu nötige Gesetzentwurf solle in Kürze im Bundeskabinett beraten werden. Tabakwerbung an Außenflächen von Fachgeschäften und in Verkaufsstellen wie Trinkhallen oder Tankstellen soll den Plänen zufolge erlaubt bleiben.

Neben dem Deutschen Zigarettenverband reagierte auch die Werbebranche ungehalten. Erstmals solle in Deutschland „die Marktkommunikation für ein legal hergestellte und gegenüber Erwachsenen frei handelbares Produkt vollständig ausgeschaltet werden“, monierte der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft am Montag.

Dem „Eingriff in den Werbemarkt von bislang nicht gekannter Tiefe“ stünden zugleich „keine gesundheits- oder verbraucherschützenden Wirkungen gegenüber“, erklärte ZAW-Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina. Ein Werbeverbot veranlasse niemanden, mit dem Rauchen aufzuhören oder nicht damit anzufangen.

Schmidt hatte seinen Vorstoß insbesondere mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen begründet. Diese sollten „nicht den Eindruck bekommen, Rauchen sei ein harmloser Spaß“, sagte er am Wochenende den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.