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Schaffung gesellschaftlicher Werte wird Teil des Unternehmenserfolges

Zunehmende geopolitische Unsicherheiten und gesellschaftliche Instabilitäten erfordern ein Umdenken in Wirtschaft und Politik. Um ein nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen, muss der öffentliche Sektor Ziele und Strategien überdenken und neu ausrichten. Ein Großteil der weltweiten Vorstandschefs (76 Prozent) ist sich einig: Erfolg darf sich künftig nicht nur nach Gewinnzahlen bemessen, sondern Ziel muss es sein, gesellschaftliche Werte zu schaffen. Um die künftigen Herausforderungen zu meistern, sind Wirtschaft und Regierungen gefordert enger zusammenzuarbeiten. Das sind die Ergebnisse der Studie „Government and the Global CEO: Redefining success in a changing world“, für die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC 1.409 CEOs in 83 Ländern befragte sowie 41 Regierungsvertreter und Verantwortliche öffentlicher Unternehmen interviewte.

Frankfurt (csr-news) > Zunehmende geopolitische Unsicherheiten und gesellschaftliche Instabilitäten erfordern ein Umdenken in Wirtschaft und Politik. Um ein nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen, muss der öffentliche Sektor Ziele und Strategien überdenken und neu ausrichten. Ein Großteil der weltweiten Vorstandschefs (76 Prozent) ist sich einig: Erfolg darf sich künftig nicht nur nach Gewinnzahlen bemessen, sondern Ziel muss es sein, gesellschaftliche Werte zu schaffen. Um die künftigen Herausforderungen zu meistern, sind Wirtschaft und Regierungen gefordert enger zusammenzuarbeiten. Das sind die Ergebnisse der Studie „Government and the Global CEO: Redefining success in a changing world“, für die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC 1.409 CEOs in 83 Ländern befragte sowie 41 Regierungsvertreter und Verantwortliche öffentlicher Unternehmen interviewte.

„Ein wechselseitiges Verständnis zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor ist unabdingbar, damit Staat und Wirtschaft besser miteinander kooperieren können“, sagt Alfred Höhn, Partner bei PwC und Leiter des Bereichs öffentlicher Sektor. „Nur so lassen sich gemeinsam gesellschaftliche Ziele realisieren.“ Hierzu zählt beispielsweise aktuell die Integration von Flüchtlingen – auch im Arbeitsmarkt.

Geht es um die Erwartungen der Privatwirtschaft an staatliche Institutionen und Entscheider, so wünschen sich weltweit mehr als die Hälfte der Firmenlenker (56 Prozent) ein einfaches, stabiles und effektives Steuersystem, 53 Prozent nennen gut ausgebildete, qualifizierte und flexibel einsetzbare Arbeitskräfte als wichtige Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Die Hälfte der Vorstandschefs hält den Ausbau einer entsprechenden Infrastruktur für vordringlich – dazu zählen Transportwege und vor allem aber auch leistungsfähige digitale Netze.

Staatlichen Unternehmen kommt Schlüsselrolle zu

Umgekehrt dürfen Unternehmen der Privatwirtschaft ihre Geschäftsziele nicht nur an eigenen Gewinnzahlen und den Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren, so Höhn: „Erfolg muss in Zukunft neu definiert werden. Es darf nicht nur um Profit gehen, sondern um das Schaffen gesellschaftlicher Werte.“ Rund drei Viertel der befragten CEOs (76 Prozent) sind sich einig, dass mehr getan werden muss, um ihren Einfluss auf Stakeholder genauer zu evaluieren und besser zu kommunizieren.

Bei diesem neuen Verständnis von Erfolg weist die Studie den öffentlichen Unternehmen eine Schlüsselrolle zu. Sie könnten als Katalysator für neue Geschäftsmodelle dienen, die auf ein nachhaltiges Wachstum und das Schaffen gesellschaftlicher Werte ausgerichtet sind. Im Idealfall suchen sie sich dabei Bündnispartner aus der Privatwirtschaft, um weitreichend auf Wirtschaft und Gesellschaft einzuwirken. Die Voraussetzungen dazu sind gegeben: Denn State-Owned Enterprises (SOEs) stellen weltweit eine wachsende Kraft dar. So ist ihr Anteil unter den „Fortune Global 500“ von neun Prozent im Jahr 2005 auf 23 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Von den für die Studie befragten CEOs leiten 168 (12 Prozent) ein öffentliches Unternehmen.

Mit begrenzten Mitteln noch mehr leisten

Der öffentliche Sektor hat bei den anstehenden Aufgaben allerdings noch mit den eigenen Haushaltsdefiziten zu kämpfen. 71 Prozent der CEOs weltweit sorgen sich wegen der Verschuldung öffentlicher Haushalte, in Westeuropa sind es 59 Prozent. Auch die öffentliche Verwaltung in Deutschland muss noch kosteneffizienter werden. „Der aktuell historisch günstigen Einnahme- und Zinsentwicklung seitens der öffentlichen Hand stehen steigende Herausforderungen gegenüber. Eine gute Infrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte und eine erfolgreiche Integration von Migranten sollten ganz oben auf der Agenda stehen. Auch müssen Haushalte und Sozialversicherungen für die absehbare demografische Entwicklung nach 2020 demografiefest gemacht werden. Im Hinblick auf öffentliche Leistungen ist daher ein strategisches Kostenmanagement gefordert“, so Höhn. Einen weiteren Schlüssel zu mehr Kosteneffizienz sieht der PwC-Experte in der Digitalisierung: „Mithilfe von neuen Technologien ließe sich die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Hand deutlich verbessern, auch wenn dazu zunächst Investitionen in das technische Equipment und die Neuorganisation der Arbeitsabläufe nötig sind.“