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Weniger Betrugs- und Korruptionsfälle in deutschen Unternehmen

In deutschen Unternehmen sind in den vergangenen zwei Jahren weniger Betrugs- und Korruptionsfälle entdeckt worden als von 2012 bis 2014. Einen „bedeutsamen“ Fall gab es in jeder siebten Firma hierzulande, ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung EY unter 50 Managern hierzulande. In den zwei Jahren bis 2014 hatte es demnach noch in jeder vierten Firma größere Betrugs- oder Korruptionsfälle gegeben.

Frankfurt (afp) > In deutschen Unternehmen sind in den vergangenen zwei Jahren weniger Betrugs- und Korruptionsfälle entdeckt worden als von 2012 bis 2014. Einen „bedeutsamen“ Fall gab es in jeder siebten Firma hierzulande, ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung EY unter 50 Managern hierzulande. In den zwei Jahren bis 2014 hatte es demnach noch in jeder vierten Firma größere Betrugs- oder Korruptionsfälle gegeben.

Der Rückgang sei zum einen darauf zurückzuführen, dass fast alle Unternehmen hierzulande (98 Prozent) mittlerweile Richtlinien gegen Bestechung haben, erklärte EY. Und die Gefahr, entdeckt und bestraft zu werden, ist laut der Umfrage in Deutschland „sehr hoch“: 60 Prozent der Manager sind demnach der Ansicht, dass die Strafverfolgungsbehörden hierzulande Fälle von Bestechung und Korruption verfolgen und zur Verurteilung bringen. Allerdings wird die Versuchung, in schwierigen Zeiten zu unlauteren Mitteln zu greifen, größer. Rund 20 Prozent der deutschen Manager würden Unterhaltungsdienstleistungen finanzieren oder Geschenke machen, um ihr Unternehmen über einen Wirtschaftsabschwung zu retten, ergab die EY-Umfrage.

Das sei „alarmierend“, erklärte Stefan Heißner von EY. Denn der Schaden, den Bestechung und Korruption anrichten könnten, „kann für das Unternehmen existenzbedrohend werden“. Bestechung und Korruption seien zudem „einfach das falsche Mittel: Korruption kompensiert häufig fehlende Innovation.“ EY befragte weltweit rund 2800 Finanzvorstände und Rechtsabteilungsleiter von Unternehmen in 62 Ländern. Spitzenreiter bei der Korruptionswahrnehmung sind demnach Brasilien, die Ukraine, Thailand und Nigeria. Besonders gut schneiden die skandinavischen Länder und Saudi-Arabien ab. In Finnland etwa hält kein einziger Manager Korruption für verbreitet, in Brasilien sind es dagegen neun von zehn Managern. In Deutschland sind es sechs Prozent.

Heißner warnte, die Länder mit den höchsten Korruptionsrisiken seien auch die Länder, in denen die deutsche Industrie tätig ist. Zweierlei Maß sei nicht zulässig. Nur wenn jeder Mitarbeiter überzeugt sei, dass ein Unternehmen mit strikteren Vorschriften am Ende auch bessere und nachhaltigere Geschäfte macht, kämen die Bemühungen gegen Korruption und Bestechung auf allen Ebenen an. Manager müssten diese Kultur für alle vorleben, für Unbelehrbare müsse es harte Strafen geben.

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