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Engagement für mehr Gerechtigkeit in der Textilindustrie wird ausgezeichnet

Zum Gedenken an die Opfer des Einsturzes der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch werden in Deutschland drei Initiativen ausgezeichnet, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie stark machen. „Immer mehr Menschen engagieren sich, um für die Wahrung der Menschenrechte und gegen die untragbaren Zustände bei der Herstellung von Kleidung einzutreten“, erklärte am Donnerstag das entwicklungspolitische Netzwerk Inkota, das den Preis „Spitze Nadel“ zusammen mit der Gesellschaft für Aufklärung und Technik Cum Ratione verleiht.

Berlin (afp/csr-news) > Zum Gedenken an die Opfer des Einsturzes der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch werden in Deutschland drei Initiativen ausgezeichnet, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie stark machen. „Immer mehr Menschen engagieren sich, um für die Wahrung der Menschenrechte und gegen die untragbaren Zustände bei der Herstellung von Kleidung einzutreten“, erklärte am Donnerstag das entwicklungspolitische Netzwerk Inkota, das den Preis „Spitze Nadel“ zusammen mit der Gesellschaft für Aufklärung und Technik Cum Ratione verleiht.

Beim Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikkomplexes in Bangladesch waren am 24. April 2013 mehr als 1100 Menschen gestorben. Zahlreiche westliche Firmen hatten in dem Gebäude Kleider nähen lassen. Rana Plaza stehe aber nicht nur für fehlenden Arbeitsschutz, sondern auch dafür, dass öffentliche Proteste – auch in Deutschland – Veränderungen in Gang setzen könnten, erklärte Inkota. Ausgezeichnet für ihr anhaltendes Engagement werden am Samstag in Berlin der Verein Future Fashion Forward, die Künstlergruppe Dies Irae und die evangelische Jugend Bad Honnef.

Die Preisträger:

  • Future Fashion Forward e.V. mit der Aktion „The 2 Euro T-Shirt – A social Experiment“: Zum Fashion Revolution Day 2015 stand auf dem Alexanderplatz in Berlin ein großer Automat befüllt mit T-Shirts. Für nur zwei Euro konnten sie gezogen werden. Doch vor dem großen Auswurf wurden die PassantInnen mit Bildern über die Zustände in der globalen Bekleidungsindustrie aufgeklärt. Anschließend konnten sie wählen: zwei Euro für bessere Arbeitsbedingungen spenden oder tatsächlich das T-Shirt haben. Mit einer versteckten Kamera wurde den ganzen Tag gefilmt. Der entstandene Videospot ging um die Welt.
  • Dies Irae mit der Aktion „Jobs @ Primark“: Mit dieser Jobanzeige stimmte etwas nicht: In großen Plakatkästen u.a. an Bushaltestellen in Braunschweig waren im April 2015 gefakte Stellenausschreibungen des Textildiscounters zu sehen. Gesucht wurden Menschen, die an sieben Tagen in der Woche für jeweils zwölf Stunden arbeiten und dafür keine Krankenversicherung haben wollten („Wer krank ist hat Pech“). Klar, dass das dem einen oder anderen aufstoßen würde. Deshalb durften am Ende des Plakates auch die Kontaktdaten von Primark nicht fehlen – damit die BetrachterInnen ihre Begeisterung gleich an die richtigen AdressatInnen richten konnten.
  • Ev. Jugend Bad Honnef mit der Aktion „Fashion – ein globales Geschäft“: Wer diesen Stand auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart durchlaufen hat, kann die Augen vor den Missständen in der globalen Textilindustrie nicht mehr verschließen. In einer „Black Box“ im Zentrum des Standes wurden Fabrikgeräusche, stickige Luft und verschmutztes Wasser erfahrbar gemacht – flankiert von den Bildern und Informationen über die Produktionsbedingungen bei der Herstellung von Kleidung v.a. in Bangladesch. Ein Erlebnis das nicht schön, aber einprägsam war.