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Studie bestätigt die Eignung des GRIStandards für die Anlegerberichterstattung

Mehrere Tausend Nachhaltigkeitsberichte sind inzwischen nach den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) verfasst worden. In über 90 Ländern haben Unternehmen ihre Stakeholder informiert und sich dabei von GRI leiten lassen. In der neuesten Version GRI G4 steht die Materialität im Fokus. Stellt sich die Frage, ob Unternehmen und Investoren die gleiche Vorstellung davon haben, welche Aspekte des unternehmerischen Handelns als Wesentlich zu betrachten sind. Eine aktuelle Studie hat diese Frage untersucht.

Amsterdam/Zürich (csr-news) > Mehrere Tausend Nachhaltigkeitsberichte sind inzwischen nach den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) verfasst worden. In über 90 Ländern haben Unternehmen ihre Stakeholder informiert und sich dabei von GRI leiten lassen. In der neuesten Version GRI G4 steht die Materialität im Fokus. Stellt sich die Frage, ob Unternehmen und Investoren die gleiche Vorstellung davon haben, welche Aspekte des unternehmerischen Handelns als Wesentlich zu betrachten sind. Eine aktuelle Studie hat diese Frage untersucht.

Die Studie, gemeinsam von der Global Reporting Initiative und dem Investmentspezialisten RobecoSAM erstellt, untersucht, ob die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen wirklich die Informationen enthalten, die Investoren benötigen. Tatsächlich, so zeigen die Ergebnisse, liegen die Erwartungen nahe beieinander. Investoren und Unternehmen zeigen eine große Übereinstimmung, was finanziell relevante Aspekte sind. Gleichzeitig signalisiert die Studie, so die Autoren, dass die G4- Richtlinien mit ihrer breiten Risikoperspektive eine geeignete Grundlage für die Anlegerberichterstattung darstellen. Deutlich wurde dies unter anderem durch die hohe Übereinstimmung des GRI-Ansatzes mit dem anlegerorientierten Materialitätsansatz von RobecoSAM.

Einschätzung langfristiger Chancen und Risiken

Die Materialität oder finanzielle Relevanz beschreibt die Schwelle, ab der Themen so bedeutend sind, dass sie in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Firmen berücksichtigt werden sollten. Für ihre Untersuchung haben GRI und RobecoSAM 129 Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen aus drei Sektoren (Minen, Metalle und Stromversorgung) unter diesem Aspekt untersucht. In allen drei Sektoren herrscht eine hohe Übereinstimmung zwischen den Berichtsthemen und dem Informationsbedarf der Investoren, wobei diese im Stromversorgungssektor etwas geringer ist als in den anderen Branchen. Investoren wünschen sich, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchung, welche Bedeutung die Themen der Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Unternehmensstrategie haben und wie die Unternehmen ihre langfristigen Chancen und Risiken einschätzen. “Eine umfassende Materialitätsbewertung auf der Grundlage von Multi-Stakeholder-Standards ist der beste Ansatz für Unternehmen, um sicherzustellen, dass sie Investoren und anderen Stakeholdern wirklich entscheidungsrelevante Informationen bereitstellen“, so Alyson Slater, Knowledge Director der GRI. „Dabei geht es um weit mehr als die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes. Für die übergreifende Unternehmensstrategie, das Chancen- und Risikomanagement und sogar das Produktdesign ist entscheidend, dass die Unternehmen ihre wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen kennen“.

Materialitätsanalysen ohne eine klare Vorstellung der Investorenerwartungen

Investoren und Firmen sind sich einig, dass die Materialitätsanalyse für die Definition der wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen immer wichtiger wird. „Die Studie verdeutlicht“, so Slater, „wie wichtig unternehmenseigene Materialitätsbewertungen sind. Nur so können die Firmen heute schon Themen identifizieren, die in einigen Jahren finanziell materiell sein werden”. Auch aus Sicht von RobecoSAM zeigt sich eine zunehmende Bedeutung der finanziellen Relevant für Unternehmen und Investoren. Dies würde schon die Erfahrung mit der jährlichen Bewertung für die Dow Jones Sustainability Indices zeigen. Christopher Greenwald, Head of SI Research, RobecoSAM: ”Einige Unternehmen führen Materialitätsanalysen durch, ohne eine klare Vorstellung der Investorenerwartungen zu haben. Diese Studie bringt diesbezüglich mehr Klarheit. So wird deutlich, dass Investoren nicht nur konsistente Daten zu den finanziell materiellen Themen benötigen, sondern auch ein besseres Verständnis dafür, wie die Nachhaltigkeitsprioritäten der Firmen die langfristige Unternehmensstrategie beeinflussen.”  So wird die Studie durch Ansatzpunkte abgerundet, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung verbessern und für Investoren relevanter machen können.

Die Studie „Defining What Matters: Do companies and investors agree on what is material?“ zum Download.