Nachrichten

Australien geht gegen Steuervermeidungsstrategien multinationaler Konzerne vor

Australien geht mit einer Strafsteuer gegen die Praktiken multinationaler Konzerne zur Steuervermeidung vor. Konzerne, die ihre in Australien erwirtschafteten Gewinne in Steueroasen verlagern, müssten künftig 40 Prozent Steuern zahlen, kündigte die Regierung am Dienstag bei der Vorlage ihres Haushalts für das Jahr 2016/2017 an.

Canberra (afp) > Australien geht mit einer Strafsteuer gegen die Praktiken multinationaler Konzerne zur Steuervermeidung vor. Konzerne, die ihre in Australien erwirtschafteten Gewinne in Steueroasen verlagern, müssten künftig 40 Prozent Steuern zahlen, kündigte die Regierung am Dienstag bei der Vorlage ihres Haushalts für das Jahr 2016/2017 an. Der normale Steuersatz für Unternehmen liegt bei 30 Prozent.

Gleichzeitig soll der Schutz für Informanten gestärkt und die Strafe bei Verstößen der Konzerne gegen die Transparenzregeln verschärft werden. Mit Hilfe der Maßnahmen erhofft sich Canberra zusätzliche Einnahmen in den kommenden vier Jahren in Höhe von umgerechnet 2,6 Milliarden Euro. „Jeder muss seinen gerechten Anteil an Steuern für das bezahlen, was er hier in Australien verdient, insbesondere große und multinationale Konzerne“, sagte Finanzminister Scott Morrison vor dem Parlament.

Weltweit wächst derzeit der Widerstand gegen globale Konzerne, die mit Hilfe bislang legaler Schlupflöcher ihre Steuerlast senken. Nach Schätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung entgehen den Regierungen durch die komplexen Vermeidungsstrategien der Konzerne jährlich Einnahmen in Höhe bis zu 240 Milliarden Dollar (209 Milliarden Euro). Das entspricht zehn Prozent des weltweiten Steueraufkommens.