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Deutscher Corporate Governance Kodex – Unternehmen setzen auf Transparenz

Zum sechsten Mal untersuchte das Center for Corporate Governance an der HHL Leipzig Graduate School of Management die Akzeptanz der Soll-Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Systematisch wurden im Rahmen einer empirischen Studie die aktuellen Entsprechenserklärungen der DAX und MDAX Gesellschaften ausgewertet und deren Complianceverhalten analysiert.

Leipzig (csr-news) > Zum sechsten Mal untersuchte das Center for Corporate Governance an der HHL Leipzig Graduate School of Management die Akzeptanz der Soll-Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Systematisch wurden im Rahmen einer empirischen Studie die aktuellen Entsprechenserklärungen der DAX und MDAX Gesellschaften ausgewertet und deren Complianceverhalten analysiert.

Die Studie zeigt ein hohes Niveau der Entsprechensquoten. Demnach werden durchschnittlich 96,1 Prozent der „Soll-Empfehlungen“ des DCGK von den DAX- und MDAX-Unternehmen erfüllt. Bei der Betrachtung der Gesellschaften ergeben sich nach Indexzugehörigkeit allerdings deutliche Unterschiede. DAX-Gesellschaften weisen grundsätzlich höhere und im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Entsprechensquoten auf. MDAX-Unternehmen hingegen weisen grundsätzlich niedrigere, im Vergleich zum Vorjahr rückläufige Entsprechensquoten auf.

Struktur der aktuellen Fassung des DCGK

dcgk

Quelle: Auswertung „Kodexakzeptanz 2016“

Abgelehnt werden insbesondere: Empfehlungen zu betragsmäßigen Höchstgrenzen der Vergütung in Vorstandsverträgen, dem Abfindungs-Cap und zur Offenlegung der Vergütungsbestandteile unter Verwendung der Mustertabellen, der Zusammensetzung und Zielbenennung des Aufsichtsrats sowie Fragen der Aufsichtsratsvergütung. Die Kodexziffer 5.4.1 (Zusammensetzung des Aufsichtsrates) weist mit einer Entsprechensquote von 56 Prozent die höchste Abweichungsquote über alle Gesellschaften auf. Besonders die Zielbenennung für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats erfährt Ablehnung.

Weiterhin zeigt die Studie, dass große Unternehmen höhere Entsprechensquoten aufweisen, während kleinere Unternehmen Teile des Kodex eher ablehnen. Neben der Größe der Unternehmen spielt auch die Eigentümerstruktur eine Rolle. Gesellschaften in Streubesitz weisen höhere Entsprechensquoten auf und lehnen sich damit in ihrer Governance Struktur enger an die Best-Practice-Vorgaben des Kodex an.

Die Auswertung „Kodexakzeptanz 2016“ zum Download.