Nachrichten

Adidas verlagert Teil der Schuhproduktion zurück nach Deutschland

Adidas holt einen Teil seiner Schuhproduktion zurück nach Deutschland. Im bayerischen Ansbach sollen Industrieroboter ab kommendem Jahr im großen Stil Schuhe herstellen und langfristig auch andere Produkte des Sportartikelherstellers fertigen, teilte Adidas am Dienstag mit.

Ansbach (afp) > Adidas holt einen Teil seiner Schuhproduktion zurück nach Deutschland. Im bayerischen Ansbach sollen Industrieroboter ab kommendem Jahr im großen Stil Schuhe herstellen und langfristig auch andere Produkte des Sportartikelherstellers fertigen, teilte Adidas am Dienstag mit. Das Unternehmen aus Herzogenaurach hatte seine Produktion in Deutschland 1993 eingestellt und lässt seither vor allem in Asien produzieren.

Mit der gut 4.500 Quadratmeter großen „Speed Factory“ in Ansbach soll nun ein Teil der Produktion wieder ins Heimatland zurückkehren. Damit verkürze sich die Vorbereitungszeit für ein neues Produkt von anderthalb Jahren auf wenige Tage, erläuterte Adidas-Entwicklungschef Gerd Manz. Durch die Nähe zu deutschen Händlern und Kunden könne deren Bedürfnissen außerdem auch besser entgegengekommen werden. Die Ladenpreise sollen mit der neuen Fertigungsmethode ähnlich bleiben.

In Ansbach sollen bis Ende 2016 testweise rund 500 Paar Schuhe hergestellt, die Produktion in den kommenden Jahren aber auf eine halbe Million Paar hochgefahren werden, sagte Manz. Außer in Bayern wolle Adidas noch in diesem Jahr in den USA eine „Speed Factory“ eröffnen, weitere Fertigungshallen in Frankreich und Großbritannien seien in Planung. Rund 300 Millionen Paar Sportschuhe stellte das Unternehmen 2015 her.

Ganz zurückziehen wird sich Adidas aus Asien jedoch vorerst nicht. Rund eine Million Menschen produzieren dort für das Unternehmen; zuletzt hatte Adidas mit steigenden Produktionskosten zu kämpfen. Eine vollständige Automatisierung der Produktion sei aber nicht das Ziel, stellte Manz klar.