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Aktionäre von ExxonMobil und Chevron gegen Initiativen für mehr Klimaschutz

Entgegen den Hoffnungen von Umweltschützern und einigen mächtigen Investoren gewinnt der Kampf gegen den Klimawandel bei den US-Ölriesen ExxonMobil und Chevron nicht an Bedeutung. Bei den Aktionären der beiden Konzerne fand sich auf den jeweiligen Hauptversammlungen am Mittwoch keine Mehrheit für einen Antrag, jährlich die finanziellen Auswirkungen des im Dezember in Paris ausgehandelten Klimaabkommens auf die Geschäfte der Unternehmen zu untersuchen.

New York (afp) > Entgegen den Hoffnungen von Umweltschützern und einigen mächtigen Investoren gewinnt der Kampf gegen den Klimawandel bei den US-Ölriesen ExxonMobil und Chevron nicht an Bedeutung. Bei den Aktionären der beiden Konzerne fand sich auf den jeweiligen Hauptversammlungen am Mittwoch keine Mehrheit für einen Antrag, jährlich die finanziellen Auswirkungen des im Dezember in Paris ausgehandelten Klimaabkommens auf die Geschäfte der Unternehmen zu untersuchen.

Bei Exxon stimmten lediglich 38,2 Prozent der Aktionäre für diesen Vorstoß, bei Chevron waren es immerhin 41 Prozent. Beide Ergebnisse zeigen trotz der Ablehnung bereits eine stärkere Unterstützung als bei früheren Abstimmungen. In den Vorjahren waren Vorschläge dieser Art mit weit größerer Mehrheit abgelehnt worden.

Auch zwei weitere Resolutionen von Aktionären scheiterten. Eine forderte Maßnahmen, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Sie kam bei Exxon lediglich auf eine Zustimmung von 18,5 Prozent, bei Chevron auf acht Prozent. Zudem lehnten die Aktionäre einen Vorstoß ab, mit dem in den Aufsichtsräten beider Unternehmen ein Klima-Experte berufen werden sollte. Er erhielt jeweils etwa ein Fünftel der Stimmen.

Beide Unternehmen leiden unter dem Verfall der Ölpreise und dadurch unter sinkenden Gewinnen und Dividenden. Gegen Exxon laufen zudem mehrere Ermittlungen in den USA, weil das Unternehmen klimaskeptische Studien finanziert haben soll.

Die Spitzen beider Konzerne hatten ihre Aktionäre aufgefordert, gegen die Initiativen zum Klimawandel zu stimmen. Sie waren von Rentenfonds aus den USA und Großbritannien auf den Weg gebracht worden und wurden auch von einflussreichen Investoren unterstützt – unter anderem vom norwegischen Staatsfonds, den europäischen Banken BNP Parisbas, Natixis und HSBC sowie den Versicherern Axa und Aegon.

Letztlich gaben große US-Fonds den Ausschlag für die Ablehnung: Vanguard, BlackRock und State Street stimmten dagegen. Exxon und Chevron bleiben damit die beiden größten Ölkonzerne, die sich dem Druck von Umweltschützern verweigern. Europäische Konkurrenten wie BP, Royal Dutch Shell und Statoil haben sich dagegen bereits einer klimafreundlicheren Unternehmenspolitik verschrieben.