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Handelsriese Rewe stoppt Verkauf von Plastiktüten

Der Einzelhandelsriese Rewe verkauft in seinen mehr als 3000 deutschen Märkten künftig keine Plastiktüten mehr. Dies sei ein „konsequenter Schritt“ in Sachen Nachhaltigkeit und folge der freiwilligen Selbstverpflichtung des Handels mit dem Bundesumweltministerium zur Senkung des Plastikverbrauchs in Supermärkten, erklärte Rewe-Vorstand Lionel Souque am Mittwoch. Künftig sollen stattdessen Papierkartons oder Tragetaschen aus wiederverwerteten Materialien angeboten werden.

Berlin (csr-news) > Der Einzelhandelsriese Rewe verkauft in seinen mehr als 3000 deutschen Märkten künftig keine Plastiktüten mehr. Dies sei ein „konsequenter Schritt“ in Sachen Nachhaltigkeit und folge der freiwilligen Selbstverpflichtung des Handels mit dem Bundesumweltministerium zur Senkung des Plastikverbrauchs in Supermärkten, erklärte Rewe-Vorstand Lionel Souque am Mittwoch. Künftig sollen stattdessen Papierkartons oder Tragetaschen aus wiederverwerteten Materialien angeboten werden.

Ein erster Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll

Bislang habe Rewe jährlich rund 140 Millionen Plastiktüten an Kunden abgegeben, erklärte Souque weiter. „Damit ist jetzt Schluss.“ Durch die Nutzung alternativer Tragetaschen könne jeder Kunde „selbst aktiv Verantwortung für Umwelt- und Meeresschutz übernehmen“. Bis Juli würden die restlichen Plastiktüten noch wie gehabt verkauft, danach aber nicht mehr verwendet. Auch der Rewe-Lieferdienst verzichte dann ganz auf Plastiktaschen. Für diejenigen Kunden, die an der Kasse eine Tragehilfe für den Einkauf benötigen, stünden in den REWE-Märkten mehrfach wiederverwendbare Alternativen zur Auswahl, wie Baumwolltragetaschen, Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial, Kartons und Papiertüten. „Uns ist bewusst, dass die Abschaffung der Plastiktüte nur ein erster Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll sein kann. Daher arbeiten wir an weiteren Initiativen zur Reduzierung von Plastikverpackungen im Lebensmitteleinzelhandel“, so Souque.

In den REWE-Märkten kaufen wöchentlich rund 27 Millionen Kunden ein. In einer dreimonatigen Testphase, bei der in mehr als 130 Märkten der Verzicht auf den Verkauf von Plastiktüten getestet wurde, konnten wesentliche Erkenntnisse erzielt werden. Demnach befürwortete und akzeptierte ein Großteil der Kunden den Verzicht auf die Plastiktüte. Über 65 Prozent gaben an, künftig mehrfachverwendbare Tragetaschen oder Einkaufskartons zu nutzen.

Rückenwind für die Selbstverpflichtung des Handels

Das Bundesumweltministerium hofft auf ein Signal für die gesamte Branche: Kunststofftaschen aus dem Sortiment zu streichen, sei „genau der Schwung, den wir brauchen“, erklärte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Die Ministerin baue auf eine „Sogwirkung“ für das von der EU vorgegebene Ziel, zunächst binnen zwei Jahren 80 Prozent aller Plastiktüten kostenpflichtig zu machen. Hendricks begrüßte das Vorhaben des zweitgrößten deutschen Einzelhändlers, neben größeren Plastiktüten auch kleinere Plastikbeutel für Obst und Gemüse durch alternative Tragetaschen zu ersetzen. Rewes Ankündigung sei „Rückenwind“ für die Vereinbarung, den Verbrauch bis 2026 auf 40 Tüten pro Kopf im Jahr zu reduzieren. Papiertüten stünden zwar „ökologisch gesehen nicht unbedingt besser da“ als solche aus Plastik, erklärte Hendricks. Dennoch sei der Verzicht auf Kunststoffbeutel ein wichtiges Signal dafür, die Plastiknutzung im Einzelhandel insgesamt auf den Prüfstand zu stellen.

Die Naturschutzorganisation Nabu lobte, dass Rewe sich „ernsthaft“ seiner Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit im Einzelhandel stelle. Die Organisation berät und begleitet das Nachhaltigkeitsengagement von REWE bereits seit 2009, auch beim Verzicht auf die Plastiktragetasche. „Der NABU ist froh, dass REWE sich ernsthaft ihrer Verantwortung stellt, das Thema Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel weiter voran zu treiben. Wir freuen uns, dass wir mit der Unterstützung von REWE unsere jahrelangen erfolgreichen Aktivitäten im Kampf für saubere Meere, Flüsse und Seen ausbauen können. Gemeinsam planen wir Reinigungsaktionen, Dialogveranstaltungen und Umweltbildungsveranstaltungen“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auf diese Weise engagiert sich REWE dafür, dass Plastikmüll weniger Menschen, Umwelt und Tiere beeinträchtigt.

 

 

 

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