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Goldminenkonzerne in Südafrika fechten Sammelklage kranker Bergarbeiter an

In Südafrika gehen mehrere Goldminenbetreiber gegen ein Gerichtsurteil in Berufung, das zehntausenden Arbeitern eine millionenschwere Sammelklage wegen schwerer Atemwegserkrankungen ermöglicht. Zu den sieben Unternehmen, die dies am Freitag ankündigten, gehören die Bergbauriesen Anglo American South Africa und AngloGold Ashanti.

Johannesburg (afp) > In Südafrika gehen mehrere Goldminenbetreiber gegen ein Gerichtsurteil in Berufung, das zehntausenden Arbeitern eine millionenschwere Sammelklage wegen schwerer Atemwegserkrankungen ermöglicht. Zu den sieben Unternehmen, die dies am Freitag ankündigten, gehören die Bergbauriesen Anglo American South Africa und AngloGold Ashanti. Ein Gericht in Johannesburg hatte am 13. Mai entschieden, dass eine Sammelklage für die Geschädigten die “einzig realistische Option” sei, von den Unternehmen Entschädigungen zu erhalten.

Die Goldminenbetreiber ließen dem Gerichtsurteil zufolge “zehntausende, wenn nicht hunderttausende Arbeiter mit Staublunge und Tuberkulose im Stich”. Die Unternehmen bezeichneten die Entscheidung jetzt als fehlerhaft und erklärten, ein anderes Gericht werde möglicherweise anders urteilen.  Der Johannesburger Richter Phineas Mojapelo hatte erklärt, eine erfolgreiche Sammelklage der Geschädigten könne die Unternehmen hunderte Millionen Dollar kosten.

Eine Staublunge entsteht durch das Einatmen von Quarzstaub. Zu den Symptomen zählen hartnäckiger Husten und Kurzatmigkeit. Die Krankheit ist unheilbar und kann zu Tuberkulose und letztlich zum Tod führen. Schätzungen zufolge leiden in Südafrika 22 bis 36 Prozent der Grubenarbeiter darunter – das ist eine der höchsten Raten weltweit.