Nachrichten

Nigeria startet Programm zur Säuberung von ölverseuchtem Niger-Delta

Die nigerianische Regierung hat die bislang größte Säuberungsaktion im ölverseuchten Niger-Delta gestartet. Vize-Präsident Yemi Osinbajo gab am Donnerstag bei einer Zeremonie in Ogoniland den Startschuss für das auf eine Milliarde Dollar (knapp 900 Millionen Euro) geschätzte Programm, das laut UNO bis zu 30 Jahre dauern könnte.

Abuja (afp) > Die nigerianische Regierung hat die bislang größte Säuberungsaktion im ölverseuchten Niger-Delta gestartet. Vize-Präsident Yemi Osinbajo gab am Donnerstag bei einer Zeremonie in Ogoniland den Startschuss für das auf eine Milliarde Dollar (knapp 900 Millionen Euro) geschätzte Programm, das laut UNO bis zu 30 Jahre dauern könnte.

Das ehrgeizige Projekt ist eine Antwort auf einen Bericht des UN-Umweltprogramms Unep von 2011. Damals hatte die Behörde geurteilt, nach einer Reihe von Ölverschmutzungen benötige die Region im Bundesstaat Rivers den wohl größten Säuberungseinsatz der Welt. Unep empfahl die Einrichtung eines Sonderfonds, in den die Ölunternehmen und die nigerianische Regierung eine Milliarde Dollar einzahlen sollten.

Eigentlich hätte Staatschef Muhammadu Buhari bei der Zeremonie zugegen sein sollen, er sagte jedoch sein Kommen in die Unruheregion kurz zuvor ohne Angaben von Gründen ab. Im Niger-Delta gab es zuletzt verstärkt Angriffe militanter Aktivisten auf wichtige Einrichtungen der Ölindustrie gegeben. Eine neue Rebellengruppe namens Niger Delta Avengers (NDA) hat sich zu den Attacken bekannt, die Armee spricht von „Wirtschaftsterroristen“.

Das Säuberungsprogramm gilt als Geste gegenüber den Rebellen, zu deren Forderungen die Säuberung des Niger-Deltas gehört. Der britisch-niederländische Konzern Shell kündigte bei der Zeremonie am Donnerstag an, er wolle sich an dem Programm in Ogoniland beteiligen. Shell wolle mit allen Beteiligten an der Umsetzung des Unep-Berichts zusammenarbeiten, sagte der Konzern-Vertreter Osagie Okunbor.

Das westafrikanische Nigeria ist der größte Ölproduzent des Kontinents, Shell ist dort traditionell einer der größten Ölförderer. Aus Ogoniland musste sich der Konzern 1993 angesichts von Unruhen zurückziehen. Anfang 2015 wurde Shell von einem britischen Gericht dazu verurteilt, Fischern und Bauern im Nigerdelta eine Entschädigung von rund 70 Millionen Euro zu zahlen. Damit wurde ein Streit über die Folgen von zwei Ölkatastrophen im Jahr 2008 außergerichtlich beigelegt.

 

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar