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Internationales Abkommen gegen illegale Fischerei in Kraft getreten

Im Kampf gegen illegale Fischerei ist am Sonntag nach Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ein „bahnbrechendes“ Abkommen in Kraft getreten.

Rom (afp) > Im Kampf gegen illegale Fischerei ist am Sonntag nach Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ein „bahnbrechendes“ Abkommen in Kraft getreten. Die rechtlich bindende Vereinbarung sieht Kontrollen von Schiffen vor, durch die verhindert werden soll, dass fragwürdiger Fisch in den Handel gelangt. Bislang haben mindestens 29 Länder das Abkommen ratifiziert, darunter Island und Norwegen sowie die EU als regionale Organisation.

„Dies ist ein großer Tag für die anhaltenden Bemühungen, eine nachhaltige Fischerei aufzubauen, mit der die Welt ernährt werden kann“, sagte FAO-Chef Graziano da Silva. Er fordere andere Länder auf, sich dem Abkommen anzuschließen, um die illegale Fischerei auszumerzen und die Zukunft der Meeresressourcen zu bewahren. Das sogenannte Abkommen über Hafenstaatmaßnahmen war 2009 nach jahrelangem Ringen geschlossen worden. Es kann jetzt erst in Kraft treten, weil erst im vergangenen Monat die Mindestzahl von 25 Staaten zustande kam, die das Abkommen ratifiziert haben. Zu den Ländern gehören unter anderem Australien, Myanmar, Somalia, Südafrika, Thailand und die USA. China und Japan sind bislang nicht beigetreten.

Das Abkommen schreibt Kontrollen von Fangschiffen vor, bevor diese in den Häfen anlegen dürfen. Die Schiffe und deren Fänge sowie auch dazugehörige Kühl-, Versorgungs- und Containerschiffe müssen kontrolliert werden. Schiffe, die konkret der illegalen Fischerei verdächtigt werden, dürfen nicht in die Häfen der Unterzeichnerstaaten einlaufen.

Die Umweltorganisation WWF begrüßte das Inkrafttreten des Abkommens. „Gute Kontrolle und Inspektion der Fangschiffe bei Anlandung im Hafen ist bereits die halbe Miete, um illegal gefangenen Fisch in den weltweiten Warenströmen zu vermeiden“, erklärte die WWF-Fischereiexpertin Catherine Zucco. Die Vereinbarung helfe auch, Fisch aus legalem Fang zu verifizieren. „Damit werden Fischereien belohnt, die regelkonform arbeiten, weil sie Fisch auf den lukrativen Märkten absetzen können“, erklärte Zucco. Laut WWF stammen bis zu 30 Prozent des weltweit gefangenen Fischs aus illegaler, unregulierter oder undokumentierter Fischerei. Diese kosteten die legitime Fischereiindustrie pro Jahr bis zu 22 Milliarden Euro und trieben die Überfischung der Bestände voran.

 

 

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