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Drei Jahre nach Rana-Plaza-Unglück müssen 18 Angeklagte vor Gericht

Drei Jahre nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch mit mehr als 1000 Toten hat ein Gericht einen Prozess gegen 18 Angeklagte angeordnet. Ihnen wird vorgeworfen, Baugesetze gebrochen zu haben, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen jeweils sieben Jahre Haft.

Dhaka (afp) > Drei Jahre nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch mit mehr als 1000 Toten hat ein Gericht einen Prozess gegen 18 Angeklagte angeordnet. Ihnen wird vorgeworfen, Baugesetze gebrochen zu haben, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen jeweils sieben Jahre Haft. 13 Angeklagte, darunter die Besitzer des Gebäudes und Inhaber von darin untergebrachten Fabriken, hatten auf unschuldig plädiert und die Entlassung aus der Untersuchungshaft gefordert, wie Staatsanwalt Anwarul Kabir der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der zuständige Richter habe dies zurückgewiesen und den Prozess angeordnet. Die fünf anderen Angeklagten seien noch auf der Flucht.

Vor Gericht wird sich unter anderem Rana-Plaza-Besitzer Sohel Rana verantworten müssen, der seit 2013 in Haft sitzt. Auch seine Eltern, denen das Gebäude zusammen mit ihrem Sohn gehörte, kommen vor Gericht, genauso wie der Bürgermeister des Ortes Savar, wo das Gebäude stand. Dem Bürgermeister und weiteren Behördenvertretern wird zur Last gelegt, sie hätten Dokumente gefälscht, damit Gebäudeerweiterungen genehmigt werden konnten. Die Fabrikbesitzer müssen sich verantworten, weil sie illegal schwere Maschinen wie Stromgeneratoren in dem Komplex aufgestellt haben sollen.

Der Fabrikkomplex Rana Plaza war am 24. April 2013 unter dem Gewicht mehrerer illegal aufgestockter Etagen eingestürzt. Mindestens 1138 Menschen starben, weitere werden bis heute vermisst. Mehrere westliche Kleidungsfirmen hatten im Rana Plaza Ware produzieren lassen. Die Katastrophe warf ein Schlaglicht auf die Probleme in den Textilfabriken des südasiatischen Landes, das nach China weltweit die Nummer zwei der Textilexporteure ist. Bis heute wurde für das Unglück niemand verurteilt.

 

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