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Rund 154.000 freie Jobs für Flüchtlinge in Deutschland

Für Flüchtlinge gibt es in Deutschland derzeit rund 154.000 freie Jobs – vor allem im Reinigungsgewerbe, in der Verkehrs- und Logistikbranche sowie auf dem Bau, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) schätzt.

Nürnberg (afp) – Für Flüchtlinge gibt es in Deutschland derzeit rund 154.000 freie Jobs – vor allem im Reinigungsgewerbe, in der Verkehrs- und Logistikbranche sowie auf dem Bau, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) schätzt. Wegen der guten Arbeitsmarktsituation könnte die Zahl demnach in einem Jahr um 20.000 steigen.

Derzeit haben rund 95.000 Asylbewerber hierzulande eine Stelle, sagte BA-Vorstandsmitglied Detlef Scheele der „Wirtschaftswoche“. Es handle sich dabei „überwiegend um Tätigkeiten im Helferbereich, etwa in der Landwirtschaft oder im Hotel- und Gaststättengewerbe“.

Etwa 145.000 anerkannte Asylbewerber sind laut Scheele arbeitslos bei der BA gemeldet, gut doppelt so viele wie vor einem Jahr. „Die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge steigt im Moment stärker als die Zahl der Vermittelten“, sagte das BA-Vorstandsmitglied. „Da jetzt viele Integrationskurse auslaufen, könnte die Zahl bis Jahresende auf 350.000 steigen.“

Laut IAB ist die Zahl der für Asylbewerber relevanten offenen Stellen in der letzten Zeit gestiegen. Dennoch sehen die Arbeitsmarktforscher die „Beschäftigungsperspektiven im geringqualifizierten Bereich längerfristig eher negativ“. So liege die Arbeitslosigkeit dort bei etwa 20 Prozent.

Das IAB forderte verstärkte Anstrengungen bei der Sprachförderung, Qualifikation und Bildung von Flüchtlingen. Nur so könnten „weitere Segmente im Arbeitsmarkt mit stärkerem Arbeitskräftebedarf, höheren Löhnen und größeren Entwicklungsmöglichkeiten“ erschlossen werden.

Hat jemand mit seinem Asylantrag in Deutschland Erfolg, darf er ohne Einschränkung arbeiten. Davor gilt in den ersten drei Monaten nach Antragstellung ein absolutes Arbeits- und Ausbildungsverbot, anschließend gibt es Beschränkungen für Bewerber, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist oder die vorübergehend geduldet sind.

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