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Familienfreundlichkeit in Unternehmen bleibt oft hinter Anspruch zurück

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert einer Studie zufolge in vielen Firmen schlechter, als diese es darstellen. Laut dem am Montag veröffentlichten Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums halten 83 Prozent der Personalverantwortlichen und Geschäftsleitungen familienfreundliche Rahmenbedingungen in ihrem Hause für selbstverständlich, wohingegen nur 60 Prozent der Mitarbeiter dieser Meinung sind. Hauptgrund für Unzufriedenheit ist demnach fehlendes Vorbildverhalten von Führungskräften.

Berlin (afp) > Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert einer Studie zufolge in vielen Firmen schlechter, als diese es darstellen. Laut dem am Montag veröffentlichten Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums halten 83 Prozent der Personalverantwortlichen und Geschäftsleitungen familienfreundliche Rahmenbedingungen in ihrem Hause für selbstverständlich, wohingegen nur 60 Prozent der Mitarbeiter dieser Meinung sind. Hauptgrund für Unzufriedenheit ist demnach fehlendes Vorbildverhalten von Führungskräften.

“Noch besteht zwischen den Angeboten der Unternehmen und den Bedarfen der Beschäftigten eine Lücke”, erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) zu der vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellten Studie. Insbesondere männliche Führungskräfte müssten in den Betrieben “mit gutem Beispiel vorangehen” und Modelle wie Elternzeit oder Teilzeit zu “gelebtem Alltag” machen, führte Schwesig aus. Nehmen männliche Führungskräfte Elternzeit, so steigt die Zahl der männlichen Kollegen mit Elternzeit der Studie zufolge um das Fünffache.

Familienfreundliche Unternehmenskultur

BMFSFJ

Quelle: Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016 

Ein Problem für Beschäftigte ist laut Unternehmensmonitor außerdem, dass unterschiedliche Lebensphasen in der Personalplanung zu wenig Berücksichtigung finde. Die Betriebe müssten dabei “innovativer” werden und beispielsweise den Bedürfnissen von Vätern, Alleinerziehenden oder Angehörige pflegenden Beschäftigten mehr entgegenkommen, forderte Schwesig.

Dennoch sei der Stellenwert von Familienfreundlichkeit in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen, heißt es in der IW-Studie. 77 Prozent der Unternehmen würden dem Thema Familienfreundlichkeit mittlerweile große Bedeutung beimessen. Seit Erstellung des ersten Unternehmensmonitors 2003 sei die Flexibilität vieler Betriebe in Sachen Arbeitszeit, Arbeitsort und Aufgabenverteilung für Mitarbeiter mit Familienverantwortung deutlich gestiegen.